Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014187
Unmittelbare 
der Franz. 
Ursachen 
Revolution. 
343 
zusammenhalten, so müssen wir ihn den tiefsten Denker und den 
vollendetsten Beobachter nennen, der noch den thierischen Orga- 
nismus studirt hatm) Ihm fehlte zwar die umfassende Kenntniss, 
wodurch sich Ouvier auszeichnete, aber obwohl deshalb seine Be- 
griffe aus einem kleineren Felde genommen waren, so waren sie 
andererseits weniger provisorisch; sie waren, wie es mir scheint, 
vollendeter und gewiss hatten sie es mit wichtigeren Gegenständen 
zu thun. Denn Bichafs Aufmerksamkeit richtete sich vorzugsweise 
auf den menschlichen Organismus '38) im weitesten Sinne des Worts; 
sein Zweck war, die Organisation des Menschen zu untersuchen, 
und sich wo möglich zu einer Einsicht in die Ursachen und die 
Natur des Lebens zu erheben. In dieser glänzenden-Unternehmung 
scheiterte er im Ganzen genommen; was er aber in einzelnen Thei- 
len derselben leistete, ist so ausserordentlieh, und hat einigen der 
höchsten Wissenszweige einen solchen Anstoss gegeben, dass ich 
seine Methode kurz andeuten will, um sie mit der andern Methode 
zu vergleichen, welche zu derselben Zeit Ouvier mit so ausser- 
ordentlichem Erfolg anwendete. 
Der wichtige Schritt Guvier's war, dass er auf der Nothwen- 
digkeit bestand, die Organe der Thiere im grossen Zusammenhange 
zu studiren, statt nach der alten Weise nur ihre Gewohnheiten und 
äusserlichen Eigenschaften zu beschreiben. Dies war eine grosse 
Verbesserung. An die Stelle oberflächlicher und populärer Beob- 
achtungen setzte er ohne" Weiteres das Experiment und führte da- 
137) Wir können Aristoteles ausnehmen; aber zwischen Aristoteles und Biehat 
finde ich keinen in der Mitte. 
433) Aber nicht ausschliesslich. Bladnuille, Phys. comparäe lI, 304 sagt: UOelui 
qm", comme Bichat, bomait ses ätudes ü. Hmatomie 1zu1nuine,'" und S. 350: "Quemd 
an m2 czms-idäre que ce qm" ce passe ckez Phomww, ainsi que l'a fait Biclmt." Dies 
ist jedoch viel zu absprechend. Bichat erwähnt "las expö-riences nombreuses que j'ai 
faites sw les anionaux vivans." Biclmt, Anat. gänärale I, 332 und über andere- Bei- 
spiele von Experimenten siehe I, 164, 284, 311, 312, 320, II, 13, 25, 09, 73, 107, 
133, 135, 225, 264, 423, III, 151, 218, 242, 262, 363, 364, 400, 478, 501, IV, 27, 
28, 34, 46, 229, 247, 471; siehe auch Biclwt, Iieelwrches sur la wie, 262, 265, 277, 
312, 336, 356, 358, 360, 388, 384, 400, 411, 439, 455, 476, 432, 494, 512; und 
seinen Traitä des membmnes, 48, 64, 57, 130, 158, 196, 201, 224. Dies sind 
Experimente mit Thieren, welche Adiesem grossen Physiologen zur Aufstellung 
seine;- grossm-tigen allgemeinen Sätze halfen, welche zwar auf den Menschen ange- 
wendet, aber keineswegs allein aus der Anatomie des Menschen gesammelt waren. 
Die Unmöglichkeit, ohne vergleichende Anatomie Physiologie zu treiben, ist sehr gut 
dargelegt von Rymer Jones, (Jryanization af the animal kingdo-ln, 1855, 601, 791.
        

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