Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014125
der 
Ursachen 
Unmittelbare 
Franz. 
Revolution. 
337 
dem Zustande des Französischen Geistes Zeugniss giebt, und als 
er, der Vorläufer der Entdeckungen Cuviefs, Erwähnung verdient. 
Durch diese Vereinigung von Geologie und Anatomie wurde 
zuerst-ein deutlicher Begriff von der glänzenden Lehre einer allge- 
meinen Entwickelung in die Naturwissenschaften eingeführt. Zu- 
gleich erwuchs mit ihm ein ebenso sicherer Begriff von der Regel- 
mässigkeit, womit sich diese Veränderungen vollziehen und von 
den unbeirrten Gesetzen, durch die sie beherrscht werden. Ohne- 
Zweifel hatte man ähnliche Ideen gelegentlich schon in früheren 
Zeiten gehegt; aber die grossen Franzosen des 18. Jahrhunderts 
wandten sie zuerst auf die ganze Bildung des Erdkörpers an, und 
bahnten so noch höheren Gesichtspunkten den Weg, für die ihr 
Geist noch nicht reif war, 13") zu denen sich aber in unsrer Zeit 
die vorgesehrittensten Denker rasch erheben. Denn man fängt jetzt 
an zu begreifen, dass wir durch jeden Zuwachs unsers Wissens, 
der uns neue Beweise für die Regelmässigkeit aller N aturverände- 
rungen giebt, zu dem Glauben geführt werden, dieselbe Regel- 
mässigkeit habe existirt lange bevor unser kleiner Planet seine 
jetzige Gestalt annahm, und lange bevor Menschen die Oberfläche 
der Erde betraten. Wir haben einen grossen Reiehthum von Zeug- 
nissen, dass die fortdauernd eintretenden Bewegungen in der ma- 
teriellen Welt den Charakter der Gleichförmigkeit tragen, und diese 
Gleichförmigkcit zeichnet sich so deutlich ab, dass in der Astrono- 
mie, der vollkommensten aller Wissenschaften, wir im Stande sind, 
Ereignisse viele Jahre vorherzusagen, und niemand kann zweifeln, 
dass unsere Vorhersagungen in andern Dingen, wenn unsre Wissen- 
schaft eben so weit vorgeschritten Ware, eben so genau sein würden. 
für 1842, nimmt dieses Verdienst zu uusschliesslich für Cuvier in Anspruch und über- 
sieht die Untersuchungen Daubenton's , die älter sind. Denselben Irrthum begeht 
Hitchcock in seiner Geology 249; ebenso Bakewell in seiner Geolagy 384. 
'30) Selbst Cuvier hegte die Ansicht von den Katastrophen, aber wie Sir Ch. Lyell, 
Principles of geology, 60, sagt, seine eignen Entdeckungen gaben die Mittel zu ihrer 
Widerlegung an die Hand und machten uns mit dem Gedanken einer ungestörten Folge 
vertraut. Eine von Cuvicfs Bemerkungen über Fossilien gab Zuerst die veTbindllng 
Zwischen Reptilien, Fischen und Oetaceen. Siehe Owm, On fossil repliles 60, 198, 
Brit. assoe. für 1341; und vergl. Cwrus, Uomp. amzt. l, 155. Auch bereitete Cuvier 
unbewusst die Zerstörung des alten Dogmafs von den feststehenden Arten vor, obgleich 
er" selbst bis zuletzt daran festhielt. Einige sehr merkwürdige Bemerkungen Qiebt 
schon Uabanis, Rapßorts du plzysique et du mowrl, 427, 428: Schlüsse aus Cuvier, 
die (Juvier selbst verworfen haben würde. 
Buckle, Gesell. d. Uivilisntion. l. 2. 22
        

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