Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014078
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ittelbare 
Ursachen 
der 
Franz. 
Revolution. 
unzulänglichen Vertreter, in neuerer Zeit grössere Fortschritte ge- 
macht haben, als irgend ein anderer Wissenszweig. Obgleich die 
Chemiker und Geologen sich noch nicht zu der ganzen Höhe ihrer 
Gegenstände erhoben haben, 1")'so giebt es wenig Interessanteres, 
als wie während der letzten zwei Generationen sie mit reissender 
Schnelligkeit ihre Gesichtspunkte erweitert,  sich in Dinge ge- 
mischt, die sie auf den ersten Blick nichts anzugehen schienen,  
andere Wissenschaften der ihrigen (lienstbar gemacht,  und allent- 
halben den intelleetuellen Reichthum zusammengesucht, der lange 
im dunkeln Winkel versteckt gelegen hatte und zum Anbau spe- 
cieller und untergeordneter Dinge verwendet worden war. Dies ist 
einer der grossen intellectuellen Charakterzüge unsrer Zeit; ich 
werde ihn daher später wcitlituftig in Betracht ziehen; was ich 
aber jetzt zu zeigen habe, ist, dass in diesen beiden grossartigen 
Wissenschaften, die zwar noch sehr unvollkommen sind, aber 
sehliesslich alle andern tibertlügeln müssen, in der zweiten Hälfte 
des 18. Jahrhunderts die ersten wichtigen Schritte von Franzosen 
gethan wurden. 
Dass wir Frankreich die Existenz der Chemie als einer Wissen- 
schaft verdanken, wird jeder zugeben, der das Wort Wissenschaft 
in dem Sinne braucht, in dem es allein verstanden werden sollte, 
nämlich als ein Ganzes von allgemeinen Begriffen so unwiderleglich 
wahr, dass sie zwar später von höheren Begrilfen überbaut werden, 
aber nicht umgestürzt werden können; mit anderen Worten Be- 
griffe, die absorbirt aber nicht widerlegt werden können. Unter 
diesem Gesichtspunkt giebt es in der Chemie nur drei grosse Stufen. 
Die erste Stufe war die Widerlegung der phlogistischen Theorie 
und der Aufbau der Lehren von der Oxydation, von der Verbren- 
nung und Respiration auf ihren Trümmern. Die zweite Stufe war 
die Gründung des Princips bestimmter Proportionen und die An- 
wendung der atomistisehen Hypothese darauf. Die dritte Stufe, 
über die wir uns noch nicht erhoben haben, besteht in der Ver- 
bindung chemischer und" elektrischer Gesetze und in dem Fort- 
schritt, den wir machen zu der Vereinigung ihrer verschiedenen 
Erscheinungen unter einem Begriff. Welche dieser drei Stufen zu 
ihrer Zeit die werthvollste war, ist hier nicht die Frage; aber es 
ist gewiss, dass die erste das Werk Lavoisier's, des bei weitem 
H7) Manche 
Strophen, in der 
sind noch gefesselt, in der Grologie 
Chemie durch die der Lebenskräfte. 
durch 
Hypothese 
die 
der 
Kata-
        

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