Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014015
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Unmittelbare Ursachen 
der 
Franz. 
Revolution. 
der die Autorität der innern Welt erhöhte und das Ansehen der 
Aussenwelt schwächte. Er verwirft also die Reflexion als eine 
Quelle unserer Gedanken ganz und gar; und zwar theils Weil sie 
bloss der Kanal ist, durch den die Ideen von den Sinnen heriliessen, 
theils weil sie ursprünglich selbst ein sinnlicher Eindruck ist.  
Nach ihm bleibt also nur die Marge übrig, wie unsre Berührung 
mit der Natur uns mit Ideen versorgt. Denn in diesem System 
werden die Geistesvermögen des, Menschen bloss durch die Wir- 
kung der Sinne erzeugt. Die Urtheile, welche wir bilden, sagt 
(londillac, werden oft von Gott hergeleitet, eine bequeme Art des 
Denkens, die nur aus der Schwierigkeit entspringt, die Urtheile zu 
fassenw") Nur durch die Ueberlegung, wie unsere Urtheile wirk- 
lich entstehen, können wir dies Dunkel entfernen. In Wahrheit 
ist unsre Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand nichts andres, als 
die Empfindung, die dieser Gegenstand erregt; '01) und was wir 
abstracte Begriffe nennen, sind nur verschiedene Arten unsrer Auf- 
merksamkeitßo?) Nachdem die Begriffe so erzeugt sind, ist der 
weitere Prozess sehr einfach. Auf zwei Begriffe zu derselben Zeit 
achten, heisst sie vergleichen; so dass Vergleichen nicht eine Folge 
der Aufmerksamkeit, sondern diese Aufmerksamkeit selbst ist. '03) 
Dies giebt uns sogleich das Vermögen des Urtheilens, denn so wie 
wir eine Vergleichung anstellen, bilden wir nothwendig ein Ur- 
theilJM) Eben so ist das Gedächtniss ein umgeformter sinnlicher 
Eindruck, m) und Einbildung ist wieder nur Gedächtniss; wird 
dieses nämlich zu seiner höchstmöglichen Lebhaftigkeit aufgeregt, 
99) nloeke distinyeoe dem: sourees de nos idees, les sens et la reffiexian. Il seroit 
plus exaot de n'en reconnaitre qu'une, seit paree que la, wfjiexioü n'est dans szm prin- 
dlkße que la sensatim mäme, soit pareeqvfelle est Inoins la source des idäes, que le canal 
pur lequel alles deeozdent des sens." Uondillae, Traite des sensations '13. Siehe auch 
19, 216, wie die Sinneneindrücke Reflexion werden, und wie er dies 416 zusammen- 
fasst: „ Que toutes nos connaissances viennent des sens, et particuliärement du toucher." 
400) Er sagt von Malebranche, in dem Traiie des sensations 312: "N0 pozwant 
eomprendre comment nous fm-merizms nous-mämes ces Jügemens, il les altribue ä Dieu ; 
mßmäre de ygisonnüf fort eommode, et presque toujours Zu ressouree des philosoplzes." 
404) "Mais ä peine jÜuvöte la we su-r am objet, que les sensations partieulieres 
que fen regoig sont Vattention aneme qßw je lwi dwlne." ' Traite des sensalions 16. 
m!) „Ne sont que dzjfärentes manieres düätre attentif". " 122, 
403) "ms qu'il y a double attention, il y a oompardison; ear ötre attentzf ä deux 
idees au les eomparer, c'est la mäm ehose." 17. 
404) „D2's qu'il y a eampanzison, z"! y a jzegenzewt." G5. 
m5) „La memoire n'est dem: que la sensation tranqfurmz-üz." S. L7. Vergl. S. 61.
        

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