Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013699
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Ursachen der Franz. 
Unmittelbare 
Revolution. 
Geistes. Ehe beide, Staat und Kirche fallen konnten, war es nöthig, 
dass die Menschen ihre Feindseligkeit auf ein anderes Feld führten, 
und die politischen Missbräuche mit dem Eifer angriffen, den sie 
sich bisher für die religiösen gespart hatten. Es entsteht also jetzt 
die Frage nach den Verhältnissen, unter welchen diese Verände- 
rung stattfand, und nach dem Zeitpunkt, wo sie wirklich eintrat. 
Die Verhältnisse, welche diese grosse Aenderung begleiteten, 
sind, wie wir gleich sehen werden , sehr verwickelt; und da sie 
bisher noch nie im Zusammenhange mit einander studirt werden 
sind, werde ich sie hier ziemlich ausführlich untersuchen. Ueber 
diesen Punkt, denke ich, wird es möglich sein, zu genauen und 
bestimmten Resultaten über die Geschichte der Französischen Re- 
volution zu gelangen. Der andere Punkt jedoch, die Zeit nämlich, 
wo diese Aenderung eintrat, liegt nicht nur viel mehr im Dunkeln, 
sondern wird auch, seiner Natur nach, keine vollkommene Be- 
stimmtheit zulassen. Dies ist jedoch ein Mangel, der ihm mit jeder 
andern Aenderung in der Geschichte des Menschen gemein ist. 
Die Umstände bei einer Veränderung wird man immer erkennen 
können, wenn die Nachrichten nur reichlich und authentisch genug 
sind. Aber kein Reichthum von Nachrichten wird. uns in den 
Stand setzen, den Zeitpunkt der Aenderung selbst festzustellen. 
Worauf sich die Aufmerksamkeit der historischen Sammler gewöhn- 
lich richtet, ist nicht die Aenderung, sondern bloss das ausserliche 
Ergebniss, welches der Aenderung folgt. Die wirkliche Geschichte 
des Menschengeschlechts ist die Geschichte von Richtungen, die 
mit dem Geiste aufgefasst werden, und nicht von Vorfällen, die 
man sinnlich wahrnimmt. Deshalb wird keine historische Epoche 
jemals die chronologische Bestimmtheit zulassen, die den Alterthums- 
forscher-n und Genealogen so geläufig ist. Der Tod eines Fürsten, 
der Verlust einer Schlacht und der Wechsel einer Dynastie sind 
Sachen, die vollständig in die Sinne fallen; und der Augenblick, 
wo sie eintreten, kann von den gewöhnlichsten Beobachtern auf- 
gezeichnet werden. Aber die grossen intellectuellen Revolutionen, 
die allen andern Revolutionen zum Grunde liegen, lassen sich nicht 
mit einem so einfachen Maassstabe messen. Um den Bewegungen 
des menschlichen Geistes nachzugehen, muss man ihn aus ver- 
schiedenen Gesichtspunkten betrachten, und dann zusammenbringen, 
was man aus verschiedenen Studien entnommen. So gelangen 
wir zu gewissen allgemeinen Schlüssen, welche. gleich den DurC-hf 
schnittsschätzungen an Werth gewinnen in demselben Verhältnisse,
        

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