Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013584
des 
vom Ende 
des 
bis Ende 
Jahrhunderts. 
283 
Zeugnisse beriefen, um die Begebenheiten zu beweisen, so macht 
Voltaire eine Bemerkung, die jetzt sehr einfach zu sein scheint, 
von diesen gelehrten Herren aber gänzlich übersehen worden war. 
Er sagt, ihre Arbeit habe keinen Sinn, denn der Zeitpunkt des 
Zeugnisses sei mit sehr wenigen Ausnahmen viel später als der 
Zeitpunkt des Ereignisses, Worauf es sich bezieht. In solchen 
Fallen beweist die Existenz eines Festes, oder eines Monuments 
zwar den Glauben den die Menschen hegen, aber keineswegs die 
Wirklichkeit des Vorfalls an den sie glaubenÄ-iü) Dieser einfache 
aber wichtige Grundsatz wird selbst in unsern Tagen beständig 
aus den Augen verloren, während er vor dem 18. Jahrhundert 
ganz allgemein unbeachtet blieb. Daher konnten die Historiker 
eine Menge Fabeln anhaufen, die man ohne Untersuchung glaubte P7) 
es wurde ganz und gar vergessen, dass Fabeln, wie Voltaire sagt, 
während einer Generation in Umlauf kommen, während der zweiten 
sich festsetzen, während der dritten zu Ansehen gelangen und wah- 
rend der vierten mit Tempeln beehrt werden, die man ihnen er- 
richtet. m) 
Ich bin um so genauer in der Darstellung der ausserordent- 
liehen Verpflichtungen, welche die Geschichte Voltaire schuldig ist, 
gewesen, weil in England ein Vorurtheil gegen ihn besteht,'wel- 
ehes nur durch Unwissenheit oder durch etwas noch Aergeres als 
455) "Pur guel exeäs de demenee, pur guel opinidtretä absurde, tvmt de compilateurs 
ont-ils eoulu prouver dem tant de volzemes enormes, qu'une fete publique etablie m 
nuämoire d'un evenement e'tm't une demonstration de la vama de cet eeeezeanent?" Essen! 
sur les anoeurs, in Oeuvres XV, 109. Siehe auch dieselbe Bemerkung auf die Monu- 
mente angewendet, in chap. CXOVII, Oeeev. XVIH, 412-414; und dann in XL, 
203, 204. 
V 497) „La plupart des histoires ont e'te' crues sans examen, et nette ereanee es! un 
prefjugö. Fabius Pietor raeonte que, plusieurs siäcles aeant Zui, um eestale (19 1,1 M110 
d'Alba, alhmt puiser de l'eau dems sa eruclze, fiat violäe, qu'elle aecouclza de Ronzulus 
et de Remus, qwiils furent nourris pur une lozwe, etc. Le peuple Romain erut oette 
fable; il ofexavnina point sz" dans ce tearqas lä il y avait des vestales dem le Latium, 
s'il ätait vmisemblaöle que la ßlle d'un roi sortit de son couvent aueo m m-ualw, s'il 
am: prolmble qu'une louve allaitdt deux enfaezts au lieza de les manger; le prefiuge 
Setablit." Dict. philos. Art. Prefjuges, in Oeueres XLI, 488, 489. _ 
m) "Les amateurs du-merveilleux disaimt: I! faut bien que ees feils soient erais, 
puisque tant de Monuments en sont lapreuve. Et nos disions: Il faul Mm quäle 
Seien! faux, puisque le vulgaire les a erus. Une fable a quelgue cours dem eme gene- 
mtion; elle süätablit dans la seconde; elle deeient respectable dans la troisieme; Ia, 
quatrieme Zui zum des fMnple-Y." Fragments sur l'histoire , Art. I in Oeuvres XXVII, 
158 , 159.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.