Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013572
282 
Frankreich 
Historische Literatur in 
Ansichten aufgestellt hat, mit denen spätere Kritiker sich nicht ein- 
verstanden erklärt haben, aber dass in seiner Geschichte drei und 
nur drei Fundamentalprinzipien sind, die man nicht widerlegen 
kann. Erstens, dass wegen der unvermeidlichen Einmischung von 
Fabeln, die einem rohen Volke so natürlich ist, keine Nation zu- 
verlässige Details über ihren eignen Ursprung besitzen kann. 
Zweitens, dass selbst die alten Documente, welche die Römer be- 
sessen haben mögen, untergegangen waren, ehe man sie einer 
ordentlichen Geschichte eingefügt hatte. Drittens, dass religiöse 
Oeremonieen, die man zu Ehren gewisser Ereignisse, wie sie in 
früheren Zeiten vorgekommen sein sollen, eingerichtet, ein Beweis 
sind, nicht dass diese Ereignisse stattgefunden haben, sondern dass 
man glaubte, sie hätten stattgefunden. Das ganze Gebäude der 
ältesten römischen Geschichte fiel sogleich zusammen, so wie diese 
drei Prinzipien auf sie angewendet Wurden. Was. aber höchst 
merkwürdig erscheint, ist, dass sie nicht nur alle drei von Voltaire 
aufgestellt, sondern auch aufs Bestimmteste auf die Römische Ge- 
schichte angewendet worden sind. Er sagt: Keine Nation ist mit 
ihrem eignen Ursprunge bekannt; alle ursprünglicheGeschichte ist 
also nothwendiger Weise Erfindung. 124) Er bemerkt, da sogar die 
historischen Werke, welche die Römer einst besassen, alle zu 
Grunde gingen, als ihre Stadt niedergebrannt wurde, so könne 
man den Berichten keinen Glauben schenken, die in einer viel 
spätern Periode von Livius und andern Gompilatoren gegeben Wur- 
denßzö) Und da sich unzählige Gelehrte damit beschäftigten, Zeug- 
nisse über religiöse Gebräuehe zu sammeln, welche zur Feier ge- 
wisser Begebenheiten gestiftet waren, und sich dann auf diese 
H4) "C'est Vimugination seule qui a don't les premiäres histoires. Nun seulement 
chuque peuple invmta son origine, muis il invmta ausai Forigine du monde entier." 
Dict. philos. Art. Histoire, See. 2 in Oeuv. XL, 195; siehe auch seinen Artikel über 
Chronologie, XXXVIII, 77, über die Anwendung davon auf die Römische Geschichte, 
wo er sagt: "Tite Live n'a garde de dire am quelle anmie Romulua commenga son 
prätendu rägne." Und in XXXVI, 86: vtous las peuples so samt uttribuäs des origines 
imaginaires; et uucun n'a touchä ä la väritabler" 
m) "QMM fasse attention que lu räpublique Romaine a die? sing centg (m; m"; 
lristoriens; que Tite Liaze lui-mäme deßlore zu WM? dßß QMM-R monuments qui pärirent 
presque tous dams Pinaendie de Roms" etc. Dict. pkilos. in Oem). XL, 202. S, 133; 
"Ca peuple, si reeent an comparaisovz. des natirms asiafiques, a ätä cinq cents mmäes 
Sam: historims. Ainsi, il n'est pas qurprenanf que Romulus mit ätä le fils de Mars, 
qu'une louve ait 4516 m nourrice, qu'il ait anarclzä avec mille hommes de son village de 
Rome contre vint-cinq mille combattantrdu villaye des Sabins."
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.