Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013247
des 
vom Ende 
des 
bis Ende 
18. Jahrhunderts. 
249 
aber bald fand, dass Mezeray zu ehrlich und zu furchtlos war, um 
zurückzunehmen, was er geschrieben hatte, so wurde beschlossen 
zur Einschüchterung zu greifen, und. man nahm ihm die Hälfte 
seines Jahrgehaltesßiß) Aber als dies nicht die gewünschte Wir- 
kung that, erschien ein zweiter Befehl, ihm auch die andere Hälfte 
zu nehmen und so zeigte man gleich im Anfange dieser schlechten 
Regierung, wie man einen Mann bestrafte, weil er ehrlich über 
einen Gegenstand geschrieben hatte, bei welchem Ehrlichkeit die 
erste Bedingung ist. 35) 
Dies Betragen zeigte, was die Geschichtschreiber von der Re- 
gierung Ludwigs XIV. zu erwarten hatten. Einige Jahre darauf 
ergriff der König eine andere Gelegenheit, um denselben Geist zu 
zeigen. Fenelon war zum Lehrer seines Enkels ernannt worden; 
Seine Festigkeit und sein Verstand thaten viel zur Nicderhaltung 
der frühzeitigen Lasterhaftigkeit des jungen Menschen. 3") Aber 
ein einziger Umstand genügte, den unschätzbaren Dienst, den 
Fenelon der königlichen Familie dadurch leistete, aufzuwiegen, 
einen Dienst, den er nach allerWahrscheinlichkeit ganz Frankreich 
geleistet haben würde, wenn sein Zögling auf den Thron gekommen 
wäre. Sein berühmter Roman, Telemach, wurde 1699 herausge- 
geben und wie es scheint ohne Bewilligung. i") Der König hegte 
den Verdacht, dass Fenelon unter dem Schleier der Dichtung das 
Betragen der Regierung tadeln wolle. Vergebens leug-nete der Ver- 
tasser. eine so gefahrliche Unterstellung. Der Zorn des Königs 
34) Barriere, Essai am les moeurs du 17a siäcle, vor den Mäm. de Brienne 
l, 129, 130, wo seine Originalcorrespondenz mit Colbert erwähnt wird. Mangelhafte 
Nachricht über diese Behandlung Mezerafs in Boulainvilliers, Hist de Pancien gouver- 
nemgnt I, 196; in Lemontay, Etabliss. de Louis 331; und in Palissot, Mefm. pour 
Pleisi. de lit. II, 161. 
35) 1685 wurde in Paris eine sogenannte verbesserte Ausgabe von Mezeray's Ge- 
schichte veranstaltet, d. h. eine Ausgabe, aus der die ehrlichen Bemerkungen ausge- 
merzt waren. Siehe Le Lang, Bibl. bist. II, 53, IV, 381; und Brunet, Manual du 
libmire III, 383. Hampden, der Mezeray kannte, hat uns eine interessante Unter- 
redung, die er mit ihm in Paris hatte, mitgetheilt, in welcher der grosse Historiker 
den Verlust der Freiheiten Frankreichs bedauert. Siehe Calwmgf-v Lifß of lzimselj" 
I, 392, 393. 
36) Sismoozoli, XXVI, 240, 241. 
37) Hpm- Mnßdälitä d'un domestique okargä de ta-anscrire le manuscrit." Biog. 
univ. XIV, 289; Peignot, Dict. des liw-es oondamnäs I, 134, 135. Es wurde in 
Frankreich unterdrückt und erschien in Holland ill dem nämlichen Jahr, 1699. Lettres 
de Seviyne VI, 434, 435, Anmßrk.
        

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