Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013226
des 
vom Ende 
des 
bis Ende 
Tiahrhunderts. 
247 
Hand geben oder dieselben berichtigen würde, deren Entdeckung 
den wahren Nutzen der Geschichte ausmacht. 
Aber dies sollte nicht sein. Zum Unglück für die Interessen 
der Wissenschaft wurde um diese Zeit der Fortschritt der Franzö- 
sischen Civilisation plötzlich aufgehalten. Kurz nach der Mitte des 
17. Jahrhunderts fand in Frankreich jene beklagensweirthe Aende- 
rung statt, welche dem Schicksal der Nation eine neue Wendung 
gab. Die Reaction, welche gegen den Geist der Forschung auftrat, 
und die socialen und intellectuellen Verhältnisse, welche die Fronde 
zu einem frühzeitigen Abschlüsse brachten, und dadurch Ludwig XIV. 
den Weg ebneten, sind oben beschrieben worden, wo ich versucht 
habe, die allgemeine Wirkung dieser verderblichen Bewegung nach- 
zuweisen. Ich habe jetzt zu zeigen, welche Hindernisse diese 
rückläufige Richtung der Verbesserung der historischen Literatur 
entgegensetzte, und wie sie die Schriftsteller nicht nur daran ver- 
hinderte, ehrlich zu erzählen, was um sie herum vorging, sondern 
ihnen auch das Verständniss der Ereignisse benahm, die vor ihrer 
Zeit stattgefunden hatten. 
Wer die Französische Literatur auch nur oberflächlich kennt, 
muss den Mangel an Historikern während der langen Regierung 
Ludwigs XIV. bemerkt haben. 3") Dazu trugen die persönlichen 
Eigenschaften des Königs viel bei. Seine Erziehung war schmäh- 
lich vernachlässigt worden; und da er nie die Kraft gewann, seinen 
Schwächen abzuhelfen, so blieb er sein ganzes Leben lang über 
manches in Unwissenheit, womit doch gewöhnlich sogar fürstliche 
Personen vertraut sind. 31) Von dem Verlauf des Vergangenen 
wusste er buchstäblich gar-nichts, und er interessirte sich für keine 
andere Geschichte, als für die seiner eignen Ileldenthaten. Bei 
einem freien Volke hatte diese Gleichgültigkeit des Königs keine 
schädlichen Folgen haben können; ja, wie wir schon gesehen 
haben, der Mangel königlicher Gönnerschaft ist in einem hoch 
cultivirten Lande der günstigste Zustand für die Literatur. Aber 
3") Dies bemerkt Sismondi XXVlI, 181, l82, auch Villemuin, Lit. Fmng. II, 
29, 30. Vergl. D'Aryenson, Räflexions sur läs lulsloriena Frangois in Mäm. de PAcad. 
des Inscriptions XXWII, 627 , mit Boulmlnvilliers, Ans. gouvernem. de la Fwmw 
I, 174. 
31)„Le jeune Louis XI V. mwaiz regu aucunc äduvation intellectzoelle." Unpa- 
jiguds Richelieu, Mazarin et Za Fronde II, 245. Ueber Ludwigs XIV. Erziehung, die 
ebenso sehmählieh vernachlässigt worden war als die Georgs III., siehe Lettres inädites 
de ßlaintmon II, 369; Duclos, Meßm. secr. I, 167, 168; Mäm. de Brienne I, 391-93-
        

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