Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013200
des 
vom Ende 
Ende des 
bis 
Jahrhunderts. 
245 
aber es kann keinem Zweifel unterworfen werden, dass sein Werk 
alle, die bisher erschienen waren, weit übertraf. Mezeray's Stil ist 
bewundernswürdig klar und kräftig und erhebt sich bisweilen zu 
einem beredten Schwunge. Ausserdem hat er noch zwei viel wich- 
tigere Tugenden: eine Abneigung seltsame Dinge zu glauben bloss 
weil sie bisher geglaubt wurden, und eine Neigung sich eher auf 
die Seite des Volks als seiner Beherrscher zu schlagen. 26) Das 
erste dieser beiden Prinzipien war damals unter den bedeutendsten 
Franzosen zu gewöhnlich, um viel Aufmerksamkeit zu erregen, 27) 
aber das zweite liess Mezeray einen bedeutenden Schritt vorwärts 
und über alle seine Zeitgenossen hinaus thun. Er war der erste 
Franzose, der in einem grossen historischen Werk die abergläubi- 
sche Ehrfurcht vor dem Königthum ablegte, welche die Gemüther 
seiner Landsleute so lange beschwert hatte, und die sie wirklich 
noch ein Jahrhundert-lang wie ein böser Geist verfolgte. Darum 
War er natürlich auch der erste, der es einsah, dass eine Geschichte, 
um wirklichen Werth zu haben, nicht nur eine Geschichte der 
Könige sondern der Nationen sein muss. Die unablässige Beach- 
tung dieses Grundsatzes bewog ihn, Gegenstände in sein Buch auf- 
zunehmen, die vor seiner Zeit Niemand des Studiums gewürdigt 
hatte.. Er theilt alle Nachricht mit, welche er über die Steuern 
zu sammeln vermochte, die das Volk gezahlt hatte, er theilt die 
Leiden mit, die die Menschen von den gierigen Händen ihrer Be- 
herrscher erduldet hatten, ihre Sitten, ihre Bequemlichkeiten, selbst 
den Zustand ihrer Städte, mit einem Wort, er theilt eben so wohl 
mit, was die Interessen des Französischen Volks, als was die der 
Französischen Monarchie angingßß) Dies zog Mezeray den unbe- 
deutenden Berichten über den Aufwand der Höfe und das Leben 
'96) Bayle sagt: "Mezemy est de tous les historiens celml qm," favorise le plus les 
peuplg; contre la cour." Le Lang, Biblioth. bist. v. III, p. LXXXVI, 
97) Dies hinderte ihn jedoch nicht daran zu glauben, dass plötzliche Orkane und 
Ungewöhnliche Himmelserseheinungen Abweichungen wären, die von übernatürlichen 
Eingriffen herrührten und als solche politische Neuerungen bedeuteten. Mezeray, Hist. 
de Fnmce I, 202, 228, 238, 241, 317, 792, II, 485, 573, 1120, III, 31, 167, S94; 
lehrreiche Stellen, die beweisen, dass selbst in starken Geistern die wissenschaftliche 
und weltliche Methode noch schwach war. 
39) Was er in diesen Gegenständen leistete, ist höchst merkwürdig, wenn man 
bedenkt, dass manches von dem besten Material noch unbekannt war und in Manu- 
seript, und dass selbst De Thou kaum irgend etwas darüber giebt, Mezeray also gar 
kein Vorbild hatte Unter andern siehe im 1,. Band 145-47, 204, 353, 356, 362-65, 
530, 531, 581, 812, 946, 1039. Vergl. seinen Unwillen II, 721.
        

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