Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013147
Ende des 
Ende 
bis 
des 
Jahrhunderts. 
239 
den Stolz über die Vollendung eines so grossen Unternehmens nicht 
verbergen. In seiner Widmung an den König sagt er: „Sire, ich 
bin der erste von allen Franzosen, rder die Geschichte Frankreichs 
geschrieben, und in einer ehrerbietigen Sprache die Grösse und 
Würde unserer Könige gezeigt hat; denn früher gab es nichts, als 
das alte Gerümpel von Chroniken, das von ihnen sprach." Er 
fügt in der Vorrede hinzu: „Ich will nur sagen, ohne alle Ein- 
bildung und Prahlerei, dass ich etwas geleistet habe, was früher 
noch nicht geleistet worden ist, und was keiner in unserm Volke 
gesehen hat; ich habe die Geschichte Frankreichs in einem Ge- 
wande dargestellt, in dem sie nie zuvor erschienen ist."4) Und 
dies war keine eitle Prahlerei eines unbekannten Mannes; sein 
Werk erlebte viele Auflagen, wurde in's Lateinische übersetzt, und 
in fremden Ländern neu gedruckt. Er selbst wurde als ein Ruhm 
der Französischen Nation betrachtet, und durch die Gnade des 
Königs belohnt; er machte ihn zum Finanzsecretärß) Aus seinem 
Buche können wir uns daher einen Begriff davon machen, was 
damals als das Ideal historischer Literatur anerkannt wurde, und 
unter diesem Gesichtspunkt müssen wir natürlich fragen, welches 
die Materialien waren, die er vornehmlich benutzte. "Etwa 60 Jahre 
früher hatte ein Italiener, Namens Paulus Emilius, eine Compilaticn 
von Klatschgeschichten über die Thaten der Franzosen veröffent- 
licht. ü) Dieses Buch, welches voll von den ausschweifendsten Fa- 
beln ist, wurde von Du Haillan seiner berühmten Geschichte der 
Könige von Frankreich zu Grunde gelegt, und aus ihm schreibt 
er ohne Bedenken die müssigen Märchen ab, welche es Emilius 
gefallen hatte zu erzählen. Dies giebt uns einen Begriif von der 
Leichtglaubigkeit eines Schriftstellers, der von seinen Zeitgenossen 
ohne allen Vergleich für den grössten Historiker gehalten wurde, 
den Frankreich hervorgebracht hatte. Aber dies ist noch nicht 
norre langum" siehe auch Daeier, Rapport sur {es progräs de l'histoire, S. 170, und 
Des Räauw, Historiettes X, 185. 
4) Bayle, Art. Haillan, Anmerkung L. 
5) Mereure Frangois in Bayle, Art. Haillan Anmerkung D. 
G) De rebus gestis Francomm, welches etwa 1516 erschien. Bioy. univ. XIII, 
119. Vergleiche über den Autor Mäzäray, Hist. de Franco II, 363, mit Audigier, 
Farg-ine des Franqois H, 118, der sich über seine Ansicht von Chlorlowig beklagt: 
"W05 qm? fasse profession de relever Za yloüre da! Frangois." Selbst der oberfiläch- 
liehe Boulainvillier, Hist. de Puncien gouvemevnent II, 166, spricht mit Verachtung 
von den "Tiioriciens posterieurs, tels quc Paul Emile."
        

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