Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013102
Frühere Ursachen der Franz. 
Revolution. 
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Wind fahren könnten, oder ob es nicht vielmehr wahrscheinlich 
war, dass sie die ersten Opfer dieses furchtbaren Orkanes werden 
würden, in dem für den Augenblick Gesetze, Religion, Moral und 
Alles unter-ging, die leisesten Spuren der Humanität ausgelöscht 
und die Civilisation Frankreichs nicht nur überfluthet wurde, son- 
dern, wie es damals schien, unwiederbringlich verloren war. 
Die auf einander folgenden Veränderungen in dieser zweiten 
Epoche des 18. Jahrhunderts zu verfolgen, ist  ein schwieriges 
Unternehmen, nicht nur wegen der reissenden Schnelligkeit, mit 
der die Ereignisse eintraten, sondern auch, weil sie so unendlich 
verwickelt sind und wegen der Art und Weise, wie sie auf ein- 
ander wirkten und zurückwirkten. Der Steif für eine solche Unter- 
suchung ist jedoch sehr reich, und da er aus Nachrichten besteht, 
die uns von allen Klassen und allen Interessen dargeboten werden, 
so hat es mir möglich geschienen, die Geschichte jener Zeit zu 
reconstruiren in der einzigen Weise, wie die Geschichte des Stu- 
diums werth ist, d. h. nach der Ordnung ihrer socialen und intellec- 
tuellen Entwickelung. In dem Schlusskapitel dieses Bandes werde 
ich daher die Vorläufer der Französischen Revolution in der n1erk- 
würdigen Periode zu zeichnen suchen, in welcher die Feindselig- 
keit der Menschen gegen die Kirche nachliess, und sich zum 
ersten Male gegen die Missbräuche des Staats wandte. Aber ehe 
ich auf diese Periode eingehe, welche wir als die politische des 
18. Jahrhunderts bezeichnen können, wird es nach dem Plan, den 
ich mir entworfen habe, nöthig sein, die Veränderungen, die in 
der Methode der Geschichtschreibung eingetreten waren, in Betracht 
zu ziehen und anzudeuten, wie diese Veränderungen durch die 
frühere so zu sagen kirchliche Periode beeinflusst worden waren. 
Auf diese Weise werden wir um so leichter die Thätigkeit jener 
wunderbaren Bewegung verstehen, die zu der Französischen Revo- 
lution führte; denn wir werden sehen, dass jene Epoche nicht nur 
die Meinungen der Menschen in Hinsicht auf das, was unter ihren 
Augen verging, modificirte, sondern auch ihre speculativen An- 
sichten über die Ereignisse früherer Zeitalter leitete, und so jene 
neue Schule historischer Literatur erzeugte, deren Bildung keines- 
Wegs die geringste von den Wohlthaten ist, die wir den grossen 
Denkern des 18. Jahrhunderts verdanken.
        

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