Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1013004
Frühere Ursachen 
der Franz. 
Revolution. 
225 
Die erste Ursache dafür scheint die Natur der Vorstellungen 
zu sein, aus denen die Franzosen sich lange ihren herkömmlichen 
Ruhm zurechtgemacht hatten. Eine Reihe von Umständen, die ich 
bei der Behandlung des bevormundenden Geistes anzudeuten ver- 
suchte, hatten den Französischen Königen eine Gewalt gesichert, 
welche der Eitelkeit des Volkes schmeichelte durch die Unterwer- 
fung aller Stände unter die Kroneßsl) Deshalb arbeiteten sich in 
Frankreich die Gefühle der Loyalität tiefer in den Geist des Volks 
hinein, als in irgend einem andern Lande Europa's, Spanien allein 
ausgenommen. m) Der Unterschied dieses Geistes und dessen, der 
sich in England zeigte, ist schon besprochen worden, und lasst 
sich noch weiter beleuchten durch die verschiedene Art, wie die 
beiden Nationen mit dem Nachruhm ihrer Könige verfahren sind. 
Mit Ausnahme Alfreds, der manchmal der Grosse genannt wirdßßß) 
haben wir in England niemals irgend einen unserer Könige so sehr 
geliebt, um ihm einen Titel beizulegen, der unsere persönliche Be- 
Wunderung ausdrückte. Aber die Franzosen haben ihre Könige 
mit den mannigialtigsten Lobpreisungen "geschmückt. So, um nur 
einen einzigen Namen zu nehmen, heisst der eine König Ludwig 
"der Fromme, ein anderer der heilige Ludwig noch ein anderer 
Ludwig der Gerechte, dann einer Ludwig der Grosse und der am 
meisten und hoffnungslosesten von Allen in Lastern versunken 
war, wurde Ludwig der Geliebte genannt. 
Dies sind Thatsachen, welche, so unbedeutend sie scheinen, 
äusserst wichtigen Stoff für eine wirkliche Geschichte darbieten, 
denn sie sind unverkennbare Symptome des Zustandes der Gesell- 
m") Siehe einige treffende Bemerkungen von Tocqueville in seinem grossen Werk 
11a Dämocratie I, 5; zu vergleichen mit der Bemerkung von Horace Walpole, der mit 
der Französischen Gesellschaft wohl bekannt wer, und den glücklichen Ausdruck ge- 
braucht: „die Franzosen lieben in ihren Königen sich selbst." TVaZpoleHs Mem. qf 
George III. II, 240. 
939) Nicht blos die politische Geschichte Spaniens, auch seine Literatur enthält 
die traurigsten Zeugnisse von der ausserordentlichen Loyalität der Spanier und von 
den schädlichen Folgen, die sie hervorbrachte. Nützliche Gedanken darüber finden 
sich in Tiolcnork Hist. of Sprmish lit. I, 95, 96, 133, III, 191-193- 
933) Unsere Bewunderung für Alfred wird sehr durch die Thatsache gestärkt, 
dass wir gehf wenig von ihm wissen. Die Hauptautorität über seine Regierung ist 
Asser, und wir haben allen Grund zu glauben, dass sein Buch llnäßht ist. Die Gründe 
siehe in Wrightß- Bioy. brät. lit. I, 408-412. Ausserdem scheint es, dass einige von, 
den Institutionen, die ihm gewöhnlich zugeschrieben werden, schon vor ihm cxistirtell. 
Ke-znbläs Saxons in England, I, 247, 248. 
Buckle, Gesell. d. Civilisation. I. 2. 15
        

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