Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1012447
Bevormundender Geist unter Ludwig XIV. 
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Mersenne waren. Aber Ludwig XIV. hat nicht den geringsten 
Theil an dem Ruhme dieser Männer, die mit ihren Untersuchungen 
beschäftigt waren, als der König noch in der Wiege lag, und 
sie vollendeten, ehe er die Regierung antrat, folglich eher, als 
sein System der Gönnerschaft in Wirksamkeit trat. Descartes 
Starb 1550, m) als der König zwölf Jahre alt war. Pascal, dessen 
N ame, wie der von Descartes gewöhnlich mit dem Zeitalter Lud- 
WiäS XIV. in Verbindung gebracht wird, hatte einen Europäischen 
Ruf erlangt, während Ludwig XIV. unter dem Spielzeug seiner 
Kinderstube nichts davon wusste, dass ein solcher Mann existirte. 
Seine Abhandlung über die Kegelschnitte wurde 1639 geschrie- 
ben; 13) seine entscheidenden Experimente über das Gewicht der 
Luft wurden 1648 gemacht, 14) und seine Untersuchungen über die 
Cycloide, die letzte grosse Forschung, die er unternahm, sind aus 
dem Jahre 1658,15) als Ludwig XIV. noch unter Mazarin's Vor- 
mundschaft stand, und keinerlei Einfluss hatte. Fermat war einer 
der tiefsten Denker des 17. Jahrhunderts, besonders als Geometer, 
in welcher Hinsicht er nur hinter Descartes zurückstand. 15) Die 
bedeutendsten Schritte, die er that, waren die in der Geometrie 
des Unendlichen angewandt auf die Ordinaten und Tangenten 
der Gurven. Diese Arbeit jedoch vollendeter vor 1613. 17) Was 
m) Biogr. univ. XI, 157. 
43) In der Biogr. univ. XXXIII, 50, wird gesagt, er hätte sie in seinem 
I6. Jahre geschrieben und Seite 4G, er sei 1623 geboren. 
44) Lßälids Natuml philos. 201; Bordas Demoulin, L0 Uartesianisme I, 310; Sir 
John Hcrschel, Disc. an mal. philos. 229, 230, nennt dies „das erste, "ff not tlw 
vary jirst orucial insfance" in der Physik: und er denkt, es habe mächtiger als irgend 
etwas, was vorher in der Wissenschaft geschehen, dazu beigetragen, die Gemüther der 
Menschen in der Richtung auf Feststellung wissenschaftlicher Thatsachen durch Expe- 
rimente zu bestärken, die kaum völlig und sicher Wurzel gefasst hatte." So ange- 
sehen ist die wirkliche Vermehrung der Wissenschaft sein geringstes Verdienst. 
45) Montucla, Hist. des onathematiqzees II, 61, sagt: "Vers 1658"; und Seite 65: 
Nil se mit, vers le commcncemeni de 1658, ä considc'rca' plus profondänzent les pro- 
Priätäs de cette courbe." 
w) Montuola, Hist. des matlzem. II, 136, erklärt mit Begeisterung: "85 Descartes 
913i manquä ä Fesprit kumain, Fcrmat Feüt rcmplacä an yäomätrie." Simßoll, 59T 
berühmte Wiederhersteller der griechischen Geometrie sagt: Fermat wäre der einzige 
unter den Neueren gewesen, der die Corollarien verstanden hätte. Siehe Traifs 
Account of Simson, 1812, 4to, 18, 41. Ueber den Zusammenhang seiner Ansichten 
mit de!" darauf folgenden Entdeckung der Dißerentialrechnung siehe Brewsterts Lzfc 
Cf Newton I1, 7-8; und vergl. Comte, Philosophie positive I, 228, 229, 726, 727. 
H) Siehe Auszüge aus zwei Briefen von Fermat an Roberval, vom Jahre 1636 in 
Mzmtucla, Hist. des matlwm. II, 136, 137; worüber der magere Artikel "Fermat" in
        

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