Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1012301
Frankreich 
und England. 
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Hemd anziehen sollte. 80) Ich habe jedoch diese Zeugnisse über 
die Streitigkeiten, womit sich diese müssigen und leichtfertigen 
Menschen unterhielten, nicht gesammelt, um sie lächerlich zu machen. 
Sie sind vielmehr eher zu bemitleiden, als zu tadeln; sie handelten 
nach ihren Gefühlen und wandten selbst das bischen Verstand, 
welches die Natur ihnen gegeben hatte, eifrig an. Aber wir dürfen 
wohl mit dem grossen Lande Mitleid fühlen, dessen Interessen ihrer 
Sorge überlassen waren. Und nur mit Rücksicht auf das Schick- 
sal des Französischen Volkes braucht sich der Geschichtschreiber 
mit der Geschichte des Französischen Adels zu befassen. Zugleich 
entfaltet eine solche Darstellung durch den Aufschluss über die 
Geistesrichtung des alten Adels den bevormundenden und aristo- 
kratischen Geist in einer seiner thätigsten Gestalten, und die Wissen 
Wenig von ihm, die ihn nur in seiner gegenwärtigen herunterge- 
brachten und verschwindenden Verfassung kennen. Thatsaehen 
wie diese müssen als Symptome einer schrecklichen Krankheit be- 
trachtet werden, an der zwar Europa noch leidet, die Wir aber jetzt 
nur in sehr gemilderter Form erblicken, und von deren ursprüng- 
licher Heftigkeit sich Niemand einen Begriff machen kann, wenn 
er sie nicht in den früheren Stadien studirt hat, wo sie ungebän- 
digt wüthete und zu einer solchen Herrschaft gelangte, dass sie 
das Wachsthum der Freiheit hemmen, den Fortschritt der Nation 
aufhalten und die Energie des menschlichen Geistes verkümmern 
konnte.  
Es ist kaum nothwendig, die Abweichung Englands und Frank- 
reichs von einander noch weiter zu verfolgen, oder nachzuweisen, 
was wie ich hoffe, von jetzt an als die augenfällige Verschieden- 
heit der Bürgerkriege in beiden Ländern angesehen werden wird. 
Natürlich konnten die niedriggebornen und plebejischen Anführer 
unseres Aufstandes kein Interesse für Gegenstände haben, welche 
den Verstand der Französischen Grossen verwirrten. Männer wie 
Cromwell und seine Gehülfen waren nicht sehr bewandert in den 
Geheimnissen der Genealogie und in den Spitziindigkeiten der 
Heraldik. Sie hatten sich wenig um die Etikette der Höfe bekün1- 
mert, sie hatten nicht einmal die Regeln des Vortritts studirt, Alles 
s") Diese Gefühle existirten noch kurz vor der Französischen Revolution. "Siehe 
z. B. die ausserordentlichen Details in Oampem, Mäm. am" Marie Antoinettß I, 98, 99, 
und Prudkommeäs Miroir de Paris in Stanlegfs Oommonplacc back, 3 Series, 1850, 
251, no. 165. 
        

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