Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1012254
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Kraft des bevormundenden 
Die 
Geistes 
Es ist kaum nöthig, noch darauf hinzuweisen, wie ungeeignet 
solche Männer gewesen sein müssen, das Volk in seinem schweren 
Kampfe anzuführen, und wie unendlich der Abstand von den An- 
führern des grossen Englischen Aufstandes war. Die Ursachen 
Warum die Fronde zu Grunde ging, liegen in der That auf der 
Hand, wenn wir uns daran erinnern, dass ihre Anführer aus dem 
nämlichen Stande genommen wurden, von dessen Geschmack und 
Gesinnungen wir so eben einige Belege gegeben habenßl) Wie 
man diese bis in's Unendliche vermehren könnte, ist denen hin- 
länglich bekannt, welche die Französischen Memoiren des 17. Jahr- 
hunderts gelesen haben, eine Art Bücher, die mehrentheils von den 
Adeligen oder ihren Anhängern geschrieben wurden, und daher den 
besten Stoff enthalten, um sich eine Meinung zu bilden. Wenn 
wir diese unsere Gewährsmänner aufschlagen, von "denen solche 
Gegenstände mit einem geziemenden Gefühl ihrer Wiehtigkeitbe- 
richtet werden, so finden wir die grössten Schwierigkeiten und 
Streitigkeiten aus der Frage entspringen, wer bei Hofe einen Arm- 
stuhl haben, 68) wer zu der königlichen Tafel gezogen, und wer 
II, 186. In 1648: uefusa est contemptio super princzjzes."  Mm. d'0'zner Talon 
II, 271.  
67) Dass das Fehlschlagen der Fronde nicht der Unbeständigkeit des Volks zuzu- 
schreiben ist, wird von de Retz, bei weitem dem schärfsten Beobachter seiner Zeit, 
zugegeben: "Vom wous dtomierez peut-ßtre de ca que je dis plus sür ä cause de l'in- 
stabilitä du peuple: mdis il faut avouer que celui de Paris se fixe plus aisäment qzßaucun 
autre; et M'. de Villeroi, qui a e'te' le plus kdbile komme de szm eiöle, et qm" am a 
parfaitement 00mm le naturel ddns tout le cours de Za Zigue, oii il le gouvemd sous 
Jll. du Meine, d e'te' de ee senliment. Ue que fm ejwouvois moi-azzönze me le pcrsud- 
doit. Mäm. de Reiz I, 348, eine merkwürdige Stelle, die einen auiiallenden Oontrast 
gegen die Declamation jener unwissenden Schriftstellerbildet, die dem Volke immer 
seine Unbeständigkeit vorwerfen. 
63) Dieser kitzliche Punkt wurde zu Gunsten des Herzogs von York entschieden, 
dem 1649 Id Reine fit de gromds lzonneurs, et lui dmma um: clmise ü bras." Mäm. 
de Motteville III, 275. In dem Zimmer des Königs scheint die Sache anders einge- 
richtet gewesen zu sein, dann Omer Talon, Mäm. II, 332, erzählt uns: „Le duc 
d'Orle'ans Kuwait point de fauteuil, mais an simple siäge pliani, ä mzzse que mms ätioazs 
dans la clmmbre du roi." Im folgenden Jahr, wo die Scene nicht im Zimmer des 
Königs war, heisst es Ibid. III, 95: "M. le dzw d'Oo-läans assis dans am fauteuil." 
Vergleiche Le Vassor, Hist. de Louis XIII. VIII, 310. Voltaire, Diot. philos. art. 
Oärlfmonies, sagt: „Ze fduteuil ä bras, la clmise d das, le tabouret, la main droite et 
la main gduche, am die pendant plusieurs siäoles dimportants objets de politique, et 
Willustres sujets de querellea." Oewwes de Voltaire XXXVII, 486. Die Etiquette 
des ufauieuils" und der ucladise" wird in den  de Genlis X, 287 erklärt.
        

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