Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1012237
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Die Kraft des bevormundenden 
Geistes 
theilte den Adel in zwei feindliche Parteien; die eine wollte das 
ausschliessliche Vorrecht behaupten, die andere daran Theil neh- 
men. Um die streitenden Ansprüche zu versöhnen, wurden ver- 
schiedene Vorschläge gemacht; Alles vergebens! und der Hof, der 
unter Mazarins Verwaltung von der Furcht vor dem Aufstande 
gedrängt wurde, zeigte sich geneigt nachzugehen und dem niedern 
Adel seinen sehnlichen Wunsch zu gewähren. 1648 und 1649 ge- 
stand die Königin-Regentin auf Anrathen ihres Ministeriums das 
Recht in Gegenwart der Königin zu sitzen den drei vornehmsten 
Mitgliedern des niedern Adels förmlich zu, nämlich der Comtesse 
de Fleix, Madame de Pons und der Prinzess de Marsillacßs) Kaum 
war diese Verfügung bekannt gemacht worden, so geriethen die 
Prinzen von Geblüt und die Pairs des Reichs in die grösste Auf- 
regungßfl) Sie beriefen unverzüglich die Mitglieder ihres Standes, 
die ein Interesse daran hatten, diesen unverschämten Eingriff zurück- 
zuweisen, nach der Hauptstadt, bildeten eine Versammlung und 
ergriffen sogleich Maassregeln zur Aufrechterhaltung ihrer alten 
Rechte. '50) Auf der andern Seite bestand der niedere Adel, aufge- 
blasen durch seinen Erfolg, darauf, dass dies eben gemachte Zu- 
gestandniss zur Regel erhoben und die Ehre des Sitzes, welche 
dem Hause de Foix in der Person der Comtesse de Fleix ver- 
liehen worden, nun auch allen Andern gewährt werden müsse, die 
beweisen könnten, dass ihr Stammbaum eben so glorreich sei. M) 
Jetzt entstand die grösste Vcrivirrungy beide Theile bestanden 
dringend auf ihre Ansprüche und Monate lang drohte Frankreich 
59) Ueber die Comtesse de Fleix und Mad. de Pons siehe Mäm. de Motteville III, 
116, 369. Nach demselben hohen Gewährsmann III, 367 bestand der niedrigereJhmg 
der Prinzess de lliarsillae in dem schmerzlichen Umstande, dass ihr Gemahl nur der 
Sohn eines Herzogs und der Herzog selbst noch am Leben war, „z'l nTtoit qzw gemil- 
komme, et sun pälre la dm: de la Roclwfoucauld näfioit pas wem-t." 
59) Der lange Bericht über diese Vorgänge in Mzfm. de Motteville 111, 367-393, 
zeigt das Gewicht, Welches die Meinung jener Zeit darauf legte. 
Ü") lm Oct. 1649 „la noblesse äassembla ä Paris sur Ze fait des tubozerets." MZm. 
de Lenet I, 184. 
m) "Taue aeux demc qm! pur leurs dibux ewoieni dans leurs anaisons de Zu gnm- 
dem; pur des alliemaes des femmes dascendues de ceux qui älaicnt autrdois maitres et 
souverains des provinces de Franco, demanderont la möme prfrogatiwe quc cel!_e qm" 
venoit düälre rzccordäe am sang de Foix." Mäm. de Mottewillß III, 117. Ein anderer 
gleichzeitiger Schriftsteller sagt; "Getto preiteniion 5mm lautes les mdisons de la cozw 
wen" cclte diffcrence et inäyrzlifä." Meän. dWmw Tnlwz 111, G, I1, 437: „le Marquis 
du IYoirvnozzticr et cclui da Vitry demrmdoient Ze iabouret pour lem-s femmos."
        

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