Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1012028
England 1md Frankreich. 
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Urtheils würde ein solcher Streit nie stattfinden; der blosse Gedanke 
daran könnte den Leuten nicht in den Kopf kommen, noch könn- 
ten sie sichs träumen lassen durch eigne Kraft jene Missbräuche 
zu beherrschen, denen alle grossen Verbindungen der Menschen 
unterworfen sind. Es ist daher sehr natürlich, "dass die Ausübung 
dieses individuellen Urtheils Widerstand finden musste bei den 
beiden mächtigen Ständen, die wegen ihrer Stellung, ihrer Inter- 
essen und ihrer Gemüthsverfassung mehr als alle andern geneigt 
sind, das Alte zu lieben, sich an verjahrte Gewohnheiten zu hängen 
und Institutionen aufrecht zu erhalten, welche, um ihre beliebten 
Ausdrücke zu brauchen, durch die Weisheit ihrer Vorfahren ge- 
heiligt sind. 
Von diesem Standpunkte aus können wir die genaue Verbin- 
dung, welche bei der Thronbesteigung der Königin Elisabeth zwi- 
schen dem Englischen Adel und dem katholischen Klerus bestand, 
sehr deutlich übersehen. Ungeachtet mancher Ausnahmen Wider- 
setzte sich die überwiegende Mehrheit beider Stande der Refor- 
mation, weil sie sich auf das Recht der eignen Prüfung gründete, 
deren natürliche Widersacher sie als die Beschützer alter Ansichten 
waren. Dies Alles kann uns nicht überraschen; es war in der 
Ordnung der Dinge und stimmte ganz und gar zu dem Geiste 
dieser beiden grossen Abtheilungen der Gesellschaft. Jedoch zum 
Glück für unser Vaterland sass jetzt eine Königin auf dem Throne, 
die den Umständen gewachsen war, und statt jenen beiden Klassen 
nachzugehen, von der Stimmung der Zeit Gebrauch machte, sie zu 
demüthigen. Die Weise, wie Elisabeth dies ausführte, zuerst gegen 
die katholische, und dann gegen die protestantische Geistlichkeitfä) 
bildet einen der interessantesten Abschnitte unserer Geschichte. 
Und in der Erzählung der Regierung der grossen Königin hoffe ich 
ihn ziemlich ausführlich zu behandeln. Hier nur einen Blick auf 
ihre Politik gegen den Adel, jenen andern Stand, mit dem die 
Priesterschaft durch ihre Interessen, Ansichten und Erinnerungen 
immer sehr viel gemein hat.   
Als Elisabeth den Thron bestieg, und fand, dass die alten 
Familien der alten Religion anhingen, berief sie natürlich solche 
75) Der allgemeine Charakter ihrer Politik gegen die prdtestantisehen Englischen 
Bischöfe wird ganz richtig von Collier angegeben, obgleich er als ein Schriftsteller des- 
selben Bekenntnisses natürlich sehr unzufrieden ist mit der Missachtung gegen die 
Häupter der Kirche, Gallier, Eccles. bist. of Great Brituin V11, 257, 258.
        

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