Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011989
England und Frankreich 
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diese Bewegung;") nach der Regierung Heinrichs IV. hat kein 
Engländer, selbst vom höchsten Range, gewagt, noch jene Privat- 
kriege fortzusetzen, wodurch in andern Ländern die grossen Feudal- 
herren noch immer den Frieden der Gesellschaft störten. 73) Als 
die Bürgerkriege sich legten, zeigte sich derselbe Geist in der 
Politik Heinrich's VII. und Heinrich's VIIL; denn diese Könige, 
so despotisch sie waren, unterdrückten hauptsächlich die höchsten 
Stände, und Heinrich VIII. wurde trotz seiner barbarischen Grau- 
samkeiten vom Volke geliebt, weil ihm seine Regierung im Ganzen 
wohlthätig war. Dann kam die Reformation. Sie war eine "Er- 
hebung des menschlichen Geistes, und folglich wesentlich eine auf- 
rührerische Bewegung. Darum erhöhte sie den Widerwillen der 
Menschen gegen Unterordnung und streute im 16. Jahrhundert den 
Samen jener grossen politischen Revolutionen aus, welche im 
17. Jahrhundert fast in allen Theilen Europas ausbrachen. Das Ver- 
hältniss dieser beiden revolutionären Epochen zu einander ist ein 
höchst interessanter Gegenstand, aber für den Zweck dieses Ka- 
pitels haben wir nur die Ereignisse hervorzuheben, welche in der 
letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Einverständniss der geist- 
lichen und aristokratischen Stande zeigen, und uns lehren wie die- 
selben Verhältnisse, die dem Einen verderblich wurden, auch den 
Sturz des Andern vorbereiteten. 
Als Elisabeth den Thron_ von England bestieg, war die grosse 
IMehrheit des "Adels gegen den Protestantismus. Dafür haben wir 
die entscheidendsten Zeugnisse; und selbst, wenn wir sie nicht 
hätten, würde unsere Menschenkenntniss uns vermuthen lassen, 
dass es so gewesen. Denn die Aristokratie muss schon durch die 
Bedingungen ihrer Existenz als Stand allen Neuerungen abgeneigt 
sein; nicht nur, weil sie durch eine Veränderung viel zu 
verlieren und wenig zu gewinnen hat, sondern auch, weil manche 
ihrer angenehmsten Gemüthsbewegungen mehr mit der Vergangen- 
heit, als mit der Gegenwart zusammenhängen. Im Zusammenstoss 
72) Ueber die Folgen der Kriege der beiden Rosen für den Adel Vergleiche Hal- 
lzmfs Oonst. "bist. I, 10; Lingarofs Hist. of England, III, 340; Fade-Stoffs English 
ßmfiq. 224, 320; und über seine ungeheuren Verluste an Geld und Land Sincluiräs 
EM. of the revmue I, 155. 
" 73) "Das letzte Beispiel einer ordentlichen Schlacht zwischen zwei mächtigen 
Adeligen in England kommt vor unter der Regierung Ednal-(Ts IV." Allen, On the 
prerogative, 123.
        

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