Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011954
120 
Geschichte 
Geistes 
des bevormundenden 
Einfluss des Ritterthums, seines Erzeugnisses, erwarten. Und so 
war es wirklich. Die Ehrenbezeigungen gegen die Ritter und die 
socialen Vorzüge, wodurch sie sich von den andern Ständen unter- 
schieden, waren hier niemals so gross als in Frankreich.  Wie 
die Menschen freier wurden, verminderte sich die geringe Achtung 
für solche Dinge noch mehr. Im 13. Jahrhundert, und zwar ge- 
rade unter der Regierung, unter Welcher zuerst Stadtbürger in's 
Parlament gewählt wurden, üel das Hauptsymbol des Ritterthums 
in solche Missachtung, dass man ein Gesetz erliess, gewisse Per- 
sonen sollten verpflichtet sein, den Rang eines Ritters anzunehmen, 
welcher bei andern Nationen einer der höchsten. Gegenstände des 
Ehrgeizes war. m) Im 14. Jahrhundert erlitt das Ritterthum einen 
neuen Stoss, wodurch es seinen ausschliesslich militärischen Cha- 
rakter verlor; unter Eduard III. war die Sitte aufgekommen, die 
Richter bei den Gerichtshöfen zu Rittern zu machen, und so einen 
kriegerischen _Titel in eine bürgerliche Ehre zu verwandeln. 68) 
Endlich noch vor dem Ende des 15. Jahrhunderts erlosch der Geist 
des Ritterthums, der in Frankreich noch auf seiner Höhe war, in 
England, und dieses schädliche Institut war unter dem Volke selbst 
ein Gegenstand des Spottes geworden. ß") Hiezu können wir noch 
sie noch im folgenden Jahre fort. In demselben ereignete sich wieder ein Unglück "und, 
die Turniere hörten für immer auf." Suinte-Palaye, Snr lafchevalerie I1, 39, 40. 
66) Hullam, Middle ages lI, 467 bemerkt, "dass der Ritter im Vergleich mit 
andern Ständen mit höherer Auszeichnung betitelt wurde; jedoch nicht mit so viel 
Bevorzugung in_ England als in Frankreich." Die hohe Ehre, die man den Rittern in 
Frankreich erwies, erwähnt Daniel, Milice frangaise I, 128, 129 , und Herder, Ideen 
zur Geschichte IV, 266, 267, sagt: in Frankreich hätte das Ritterthum in höherer 
Blüthe gestanden, als in irgend einem andern Lande. Ebenso Sismondi, Hist. des 
Frangais IV, 198. 
67) Das Statutum de militibus von 1307 wer vielleicht die, erste Anerkennung 
dieser Thatsache. Vergl. Blacicstonefs Uonzmeni. II, 69; Barrigton, On the smtutes, 
492, 193. Aber wir haben bestimmte Beweise, dass ein erzwungenes Ritterthum unter 
Heinrich III. bestand, oder wenigstens von der Bestrafung derer, die es ausschlugen, 
durch eine Geldbusse. Hallawfs Gunst. bist. und Lyttletorfs Hist. of Henry II , I1, 
238, 239, Second edit. 4to 1767. Lord Lyttlcton sagt, augenscheinlich betroifen: 
"Dies scheint in der That eine Abweichung von dem ursprünglichen Prinzip dieser 
Einrichtung zu sein. Denn man muss es doch als eine grosse Inconsequenz ansehen, 
dass eine Würde, welche für einen Zuwachs von Ehre selbst bei Königen galt, irgend 
Jemandem aufgezwungen werden sollte." 
68) In Millf Eist. of ohicalry II, 154 heisst es: „Die Richter der Gerichtshöfe 
wurden zuerst unter Eduard III. zu Rittern gemacht." 
U9) Mills ibid. II, 99, 100 hat einen merkwürdigen Auszug einer Klage über den 
Verfall des Ritterthums aus der Regierungszeit Eduards IV. gedruckt; aber er hat ein
        

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