Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011746
England und Frankreich. 
99 
eigenthum und die Leistung gewisser militärischer und pekuniareri 
Dienste. 4)  
Dies war ohne Zweifel ein grosser Schritt in der Europäischen 
Civilisation, denn es gab das erste Beispiel einer grossen Verfas- 
sung, Worin die Geistlichen als solche keinen anerkannten Platz 
hatten; und daraus entstand jener Streit zwischen dem Feudal- 
wesen und der Kirche, den verschiedene Schriftsteller bemerkt, 
aber dessen Ursprung man seltsamer Weise übersehen. Was wir 
aber jetzt zu beachten haben ist, dass durch die Errichtung des 
Lehnswesens der Geist der Bevormundung keineswegs zerstört, 
wahrscheinlich nicht einmal geschwächt wurde und nur eine neue  
Form annahm. Statt geistlich wurde er weltlich. Statt zu der 
Kirche empor zu blicken, sahen die Menschen jetzt zu den Adligen 
empor. Denn es war eine nothwendige Folge dieser umfassenden 
Bewegung, oder vielmehr es gehörte zu der Bewegung selbst, dass 
die grossen Landeigenthümer jetzt zu einer erblichen Aristokratie 
organisirt wurden. (i) Im 10. Jahrhundert linden wir die ersten 
Geschlechtsnamenf) mit dem 11. Jahrhundert waren die meisten 
4) „La tewe est tout dans ee Systeme     Le systiiazze fäodal es! comme zme 
aieliyiozz de la ierre." Oriyines du droit, in Oemzres de Miehelet II, 302. „Le name- 
tere de la febdalite, efätait la prädominancrgde la räalitä sur la personalitzf, de Za terre 
sur Fhonnme." Eschbach, Etude du droil, 256.  
5) Nach den socialen und politischen Einrichtungen vom 4. bis zum 10. Jahrhun- 
dert war die Geistlichkeit so sehr ein bevorzugter Stand, dass ihre Mitglieder von den 
Staatslasten befreit und nicht verpflichtet waren Militärdienste zu leisten, wenn sie 
nicht wollten. Siehe JVLWHÜEWJS Hist. of tke elmrch III, 195, V, 133, 140; Petriäs 
Eacl. arcltiteci. 382. Aber im Lehnswesen ging diese Freiheit verloren, und in der 
Leistung der Dienste wurde kein Unterschied der Stände anerkannt. "Nach Einrich- 
tung des Lehnswesens linden wir keine Ausnahme für geistliche Lehen." Hallaonäe 
Suppleanental notes 120; weitere Berichte über den Verlust aller Vorrechte siehe bei 
Grose, Milit. antiquit. I, 5, 64; Meyer, Inst. jud. I,'257; flhrneräv Hist. of Eng- 
land IV, 462; und Mablyä! ObSerMtivM-S I, 434, 435, der 215 sagt: "Clmque seigneur 
lafque rwait gagne personnellenzent ä Za ränoluiion, qui forma Ze goulvernement feodal; 
wmis les evöques et les abbes, en devenant souverains dans leurs tewes, perdirent au 
contmire beaueoup de leur pozwoir et de leur diynite." . 
6) Die grosse Veränderung, lebenslänglichen Besitz von Land in erblichen Besitz 
zu verwandeln, begann gegen das Ende des neunten Jahrhunderts und hatte in Frank- 
reich durch Karl den Kahlen 877 angefangen. Siehe Allen On the Pyeroyative, 210; 
ßyaeme, Origine of the Zauns- of Europa, 282, 301; Meyer, Instfjud. I 206. 
7) Dass Geschlechtsnamen zuerst im 10. Jahrhundert entstanden, wird von den 
komPetentesten Gewährsmänneru behauptet. Sismondi, Hist- des FTMwei-v HI, 452a 
455; Hallemfs Middle ages I, 138; Monteil, Hist. des divers eme- III, 268; Petrids 
EceL- architeet. 277, 342; Koch, Zableau des rävvluliwlä I, 138 bemerkt irrthümlich: 
791i
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.