Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006776
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der Naturgesetze. 
Einfluss 
sehreitbare Kluft. " H) Wenn jemand aus der arbeitenden Klasse 
sein gewöhnliches Gewerbe änderte, oder es bekannt werden liess, 
dass er sich um Politik kümmerte, so wurde er schwer bestraft; 4 2 l) 
und unter keiner Bedingung konnte ein Feldarbeiter, ein Handar- 
beiter, kurz irgend Einer ausser dem König, der Geistlichkeit und 
der Armee 4 H) Landeigenthum haben. Der grosse Haufc war nicht 
viel besser als Lastthiere und schien zu nichts gut, als zu immer- 
währender unbelohnter Arbeit. Wenn sie ihre Arbeit versäumten, 
wurden sie gepeitscht; dies war auch die gewöhnliche Strafe des 
Hausgesindes und sogar der Frauen."") Diese und ähnliche Ein- 
richtungen waren berechnet und ganz geeignet für das ganze System 
der Gesellschaft, gegründet auf Despotismus und nur aufrecht zu 
erhalten durch Grausamkeit. Der Fleiss der ganzen Nation stand 
unter dem unbeschränkten Befehl einer kleinen Minderheit, und 
daher wurde es möglich, diese gewaltigen Bauwerke aufzuführen, 
welche gedankenlose Beobachter als einen Beweis von Civilisation 
bewundern, h") welche aber in Wahrheit von einem ganz verdor- 
benen und ungesunden Zustande Zeugniss geben, einem Zustande, 
in welchem die Geschicklichkeit und die Künste einer unvollkomm- 
nen Bildung denen schädlich Wurden, welchen sie hätten zu Gute 
kommen sollen, so dass man dieselben Reichthümer, die das Volk 
geschaffen hatte, gegen das Volk selbst verwendete.  
Es wäre in der That müssig, unter solchen Umständen zu 
erwarten, dass auf menschliches Leiden viel Rücksicht genommen 
werde. H") Dennoch erschreckt uns die rücksichtslose Verschwen- 
490) Die, welche sieh beschweren, dass auch in Europa diese Kluft noch zu gross 
ist, können sich eine Art Trost suchen, wenn sie die alten uussereuropäisehen Civili- 
sationen studiren wollen. 
m) Wilkinsorfs Ancient Egypt II, S, 9. Vergl. Diod. Sie. Bibl. historic. lib. I, 
c. LXXIV. 
m) Willrinson I, 263. II, 2; Sharpefs Hist. of Egypt 11, 24b 
493) Wilkinson II, 41, 42. III, 69. IV, 131. Ammicm. Muroellinus in Handl- 
torfs Aegyptiaca 309. 
m) Vyse, 091 the pymmids I, 61. II, 92. 
m) „Ein König ahmte den andern nach oder suchte ihn zu übertreffen, indess 
das gutmüthige Volk seine Lebenstage am Bau dieser Monumente verzehren musste. 
So entstanden wahrscheinlich die Pyramiden und Obelisken Aegyptens. Nur in den 
ältesten Zeiten wurden sie gebaut; denn die spätere Zeit und jede Nation, die ein 
nützliches Gewerbe treiben lernte, baute keine Pyramiden mehr. Weit gefehlt also, 
dass die Pyramiden ein Kennzeichen von der Glückseligkeit und Aufklärung des alten 
Aegyptens sein sollten, sind sie ein unwidersprechlichee Denkmal von dem Aberglauben
        

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