Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006758
Einüuss der Naturgesetze. 
die Bevölkerung reissend schnell, weil das Klima ihre Bedürfnisse 
verringerte, während der Boden ihre Nahrung zum Ueberfiuss stei- 
gerte. So war Aegypten nicht nur viel dichter bevölkert, als irgend 
ein andres Land Afrikafs, sondern wahrscheinlich dichter, als irgend 
eins in der alten Welt. Unsre Kenntniss ist in dieser Hinsicht 
zwar etwas mangelhaft, aber aus Quellen geschöpft, deren Glaub- 
würdigkeit unzweifelhaft ist. Herodot erweiset sich, je mehr man 
ihn verstehen lernt, nur um so zuverlässiger4 4 4); und er sagt: 
unter der Regierung von Amasis, hätte man ihm berichtet, wären 
20,000 bewohnte Städte in Aegypten gewesen. 4 4 i) Dies mag über- 
trieben scheinen, aber es ist bemerkenswerth, dass Diodorus Si- 
culus, der 400 Jahre später als Herodot in Aegypten reiste und 
aus Eifersucht gegen seinen berühmten Vorgänger dessen Angaben 
gern in Zweifel gezogen sah, 4 44') dennoch diesen wichtigen Punkt 
bestätigte. Denn er bemerkt nicht nur, dass Aegypten damals so 
dicht bevölkert war, als irgend ein andres Land, sondern fügt 
auch hinzu, dass es nach damals existirenden Angaben früher 
das bevölkertste Land der Welt gewesen und über 18,000 Städte 
enthalten habe. 444) 
Dies waren die einzigen zwei alten Schriftsteller, die aus per- 
sönlieher Anschauung mit dem Zustande von Aegypten wohl be- 
kannt waren; 4 45) und. ihre Zeugnisse sind um so schätzbarer, 
m) Friedrich Schlegel sagt in seiner Philosophie der Geschichte sehr richtig: 
„.Te tiefer und umfassender die Untersuchungen unsrer Zeit über die alte Geschichte 
gewesen sind, desto höher ist ihre Achtung und Bewunderung für Herodot gestiegen." 
Seine genauen Nachrichten über Aegy-ptcn und Kleinasien werden jetzt von allen tüch- 
tigen Geographen anerkannt; ja, ein neuerer gelehrter Reisender hat uns sogar einige 
merkwürdige Beweise von seiner Kenntniss des westlichen Theiles von Sibirien gegeben. 
Siehe Ermmfs Tnwels in Sibiria I, 211, 297-4301. 
M?) Herod. II, c. CLXXVII. 
443) Diodorus, der zwar ein ehrlicher und ileissiger Mann, aber in jeder Hinsieht 
unter Herodot war, sagt, unverschämt genug, dem (ein oliv 'H966oz0q uut ma's; wohl 
1,12; Alyvnflmy HQIÄEELQ IILWTIZEIIAMEIVMII EUZEKYLIÄNISCOLV, EZOUUIQQ fgeggefyuqrfgg Tag  
06m; 1:6 atugadoEoloyeiv, am". pÜÜOIIG TIÄÖTTIW Wvxuywytu; Evauu, nugvilmfwßw. Bibl. 
hist. I, c. LXIX; Anderswo spielt er in demselben Tone auf Herodot an, ohne ihn 
grademx zu nennen. 
4") Diodor. Sie. Biblioth. hist. I, c. XXXI. 
445) Trotz der ausdrücklichen Versicherung Mutters, Hist. de Päcale d'Alexandri8 
II, 285 (vergl. Hisi. du gnosticisoizc I, 48) ist kein lxinlänglicher Beweis für die Reisen 
der alten Griechen in Aegypten, es ist sogar zweifelhaft, ob Plato je dort war. So 
Bumsen, Egypi. I, 60. Die Römer interessirten sich wenig für den Gegenstand, sagt
        

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