Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006650
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der Naturgesetze. 
Einfiuss 
des letzteren mit dem Gewinn muss offenbar der Arbeitslohn immer 
sehr niedrig gewesen sein. Denn da in Indien eine bestimmte 
Masse Reiehthum in Pacht, Gewinn und Arbeitslohn zu vertheilen 
war, so leuchtet ein, dass die drei ersten nur auf Kosten des 
vierten erhöht werden konnten, d. h. die Vergütung des Arbeiters 
war sehr gering im Verhaltniss zur Vergütung der drei oberen 
Klassen. Und obgleich dies eine nothwendige Folge ist und nicht 
von Aussen gestützt zu werden braucht, so können wir gleichwohl 
erwähnen, dass in neuern Zeiten, für die allein wir ausdrückliche 
Zeugnisse haben, der Arbeitslohn in Indien immer überaus niedrig 
gewesen ist, und das Volk war immer und ist noch genöthigt, für 
eine Kleinigkeit zu arbeiten, die nur ausreicht, um die Lebensbe- 
dürfnisse zu bestreiten." G) 
76) Heber, Journey through India I, 209, 356, 357, 359 giebt einige merkwürdige 
Fälle von ungemein geringem Lohn, wofür die Eingebornen gern arbeiten. Ueber den 
gewöhnlichen Lohn in Indien im 19. Jahrhundert siehe Journal of Asiat. society I, 
255, V. 171; Rammokuoz Roy On the jmiic. zmd revenue sysicms, 105, 106; SykesCy 
Statistics of the Deccem, in den Reports of ihe British association VI, 321: WanPs 
View of the Hindoos III, 207; C0lebro0ke's Digcst of Hindu law II, 184. Uebe; 
Löhne in Süd-Indien findet sich der vollständigste Nachweis in Buchrmarfs Jouwzey 
throuyh the Mysore, Oamzm und Malabar I, 124, 125, 133, 171, 175, 216, 217, 298, 
390, 415. II, 12, 19, 22, 37, 90, 108, 132, 217, 218, 315, 481, 523, 525, 562, 
III, 35, 181, 226, 298, 321, 349, 363, 398, 428, 555. Ich wünschte, alle Reisende 
wären so genau in ihren Berichten über den Arbeitslohn; es ist ein Gegenstand von 
weit grösserer Bedeutung als die, womit sie gewöhnlich ihre Bücher anfiillen. 
Auf der andern Seite sind die Reichthümer der obern Klassen wegen dieser Miss- 
vertheilung immer ungeheuer und oft unglaublich gewesen. Siehe Foo-besäs Orieutal 
memoirs II, 297; Bohlen, Das alte Indien II, 119; Travels of 17m Batuta, 41, Warzfs 
Himloos III, 178. Die Selbstbiographie des Kaisers Jehangueir enthält so ausser- 
ordentliche Angaben von ungeheurem Reichthum, dass der Herausgeber, Major Price, 
glaubt, der Abschreiber müsse sich versehen haben; der Leser wird jedoch in Groß, 
History of Greece XII, 229, 245, nachgewiesen linden, was für Schätze Asiatische 
Despoten in einem solchen Zustande der Gesellschaft aufzuhäufen im Stande waren 
Die Wirkung dieser ungleichen Vertheilung stellt Glyn, Tmnsact. of As. society I, 822 
so dar: „Die Europäischen Völker können sich schwer einen Begriff von dem wahren 
Zustande der Bewohner Hindostans machen; sie sind in einer vie1 kugglicheren Ar. 
muth, als wir uns nur vorstellen können. Europäer sind bisher nur zu geneigt ge. 
weseu, sich nach der schimmernden Pracht einiger Kaiser, Sultane, Nabobs und Ra- 
jahs eine Ansicht über den Reichthum des Indiers zu bilden. Eine bessere und ge- 
nauere Einsicht in den Zustand der Gesellschaft würde sie gelehrt haben, dass diese 
Fürsten und Edeln den ganzen Reichthum des Landes an sich reissen, während die 
grosse Masse des Volks nur die nackte Nothdurft erwirbt, unter unerträglichen Lasten 
seufzt und kaum das Nöthige, ihr Dasein zu füllten, sich verschaffen kann, geschweige 
irgend einen Luxus." 
        

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