Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006644
Einfluss 
der Naturgesetze. 
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So viel über eins der Elemente unsrer Berechnung. Ueber das 
andere Element, die Pacht, haben wir eben so genaue und zuver- 
lässige Nachricht. In England und Schottland wird die Pacht, die 
der Besteller für den Gebrauch des Landes zahlt, in runden Zahlen, 
eine Pachtung in die andere gerechnet, auf den vierten Theil des 
Brutto-Ertrags geschatzti?) In Frankreich ist das Durchschnitts- 
verhaltniss ungefähr ein Drittelf 3) während in den Vereinigten 
Staaten von Nord-Amerika sie bekanntlich viel geringer und in 
manchen Gegenden wirklich nur nominell ist") Aber in Indien 
ist die gesetzliche Pacht, d. h. die niedrigste vom Gesetz und 
V01n Landesgebrauch anerkannte Pacht, die Hälfte des Ertrags; 
und selbst diese grausame Regel wird nicht genau inne gehalten, 
da die Pacht oft so hoch gesteigert wird, dass der Bcbauer des 
Landes nicht nur weniger als die Hälfte des Ertrags erhält, son- 
dern so wenig, dass er kaum die Mittel behält, um die Aussaat 
für die nächste Ernte zu beschaifenßs) 
Die Folgerung aus diesen Thatsachen liegt auf der Hand. Bei 
andauernd hoher Pacht und hohem Zinsfuss und bei dem Wechsel 
L 
Monat gezahlt worden. Ward, der um dieselbe Zeit schrieb, erwähnt, dass 75 Pro- 
cent gezahlt wurde und oifenbar, ohne dass der Darleiher sieh einer ungewöhnlichen 
Gefahr aussetzte. Ward, On the Hindoos II, 190.  
71) Vergl. die Tabelle in Loudovfs Encycl. of ayriculture 778, mit Mavofs Note 
in Iäossefs 500 paints of lzusbandry 195, und M0. Culloelfs Staiistieal aceozont of ilzc 
Brilislz empire I, 560. 
73) Diese Schätzung habe ieh von Männern erhalten, die den französischen Acker- 
bau genau kennen; natürlich ändert sich die Pacht in jedem bestimmten Falle nach 
der Fruchtbarkeit des Bodens, nach den Verbesserungen desselben und nach der Be- 
quemlichkeit des Markts. Aber trotz dieser Schwankungen hat jedes Land eine durch- 
schnittliche Pacht, die von allgemeinen Verhältnissen abhängt. 
74) Wegen der grossen Messe Aekerland braucht man den geringeren Boden, wie 
ältere Länder thun, nicht zu benutzen und nicht zu pachten. In den Vereinigten 
Staaten sind Gewinn und Arbeitslohn (die Vergütung des Arbeiters, nicht die Kosten 
der Arbeit) beide hoch, welches unmöglich sein wurde, wenn die Pacht auch 
hoeh wäre. 
75) Siehe Rammolnan Ray, On the Jäodiciul und revenue systems of India 1832, 
p. 56-61, 63, 69, 92, 94. Seite 69 sagt diese hohe Autorität über den Bengali- 
sehen Banernstand: „Bei einer reichen Ernte, wenn der Preis des Korns niedrig ist, 
müssen sie ihre ganze Ernte verkaufen, um die Anforderungen des Grundbesitzers zu 
befriedigen, so dass wenig oder gar nichts für Aussaat und für den Unterhalt des 
Bauers und seiner Familie übrig bleibt." In Oashmir empfängt der Fürst die Hälfte 
des Ertrags von der Reisernte, die andere Hälfte der Bauer. Moorcrqftär Notices of 
Cashmere, in dem Journal of geograph. society II, 266. 
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