Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006621
Einfluss 
der Naturgesetze. 
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unsre Kenntniss von lndien hinaufreicht, die ungeheure Mehrzahl 
des Volks unter dem Druck der bittersten Arrnuth nur von der 
Hand in den Mund lebt und daher immer in einem Zustande der 
Dummheit und Erniedrigung geblieben ist, durch unausgesetztes 
Unglück gebrochen, vor ihren Oberherrn in der verächtlichsten 
Unterwürfigkeit kriechend und nur geschaffen, um entweder selbst 
Sklaven zu sein oder um in den Krieg geführt zu werden und 
andre zu Sklaven zu machen") 
Den genauen Werth des durchschnittlichen Lohnes in Indien 
für eine längere Zeit zu ermitteln, ist unmöglich; wenn man auch 
den Betrag in Gelde ausdrücken könnte, so ist doch der Werth 
deS Geldes, das heisst seine Einkaufskraft, unberechenbaren Wand- 
lllngen unterworfen, die durch den Wechsel der Productcnpreise 
entstehn. '15) Für unsern gegenwärtigen Zweck können wir jedoch 
elflßl" Methode folgen, die uns zu viel genaueren Resultaten führen 
wird, als es irgend eine Darlegung könnte, die sich lediglich auf 
eine Sammlung von Zeugnissen über den Stand des Lohnes selbst 
stützte. Die Methode ist einfach diese: Da der Reichthum eines 
Landes nur in Arbeitslohn, Pacht, Gewinn und Zins getheilt wer- 
den kann, und da der Zins durchschnittlich ein genaues Maass 
des Gewinns ist, M) so folgt, dass wenn bei einem Volke Pacht 
und Zins beide hoch sind, der Arbeitslohn niedrig sein muss") 
'34) Ein geistvoller und sehr gelehrter Vertheidiger dieses armen Volkes sagt: 
„Der knechtische Sinn, der dem Hindu so allgemein zugeschrieben wird, zeigt sich 
nie augenfälliger, als wenn er als Zeuge vernommen wird. Aber wenn man zugiebt, 
dass er wie ein Sklave handelt, warum wirft man ihm vor, dass er nicht die Tugenden 
eines freien Mannes besitzt? Eine Jahrhunderte dauernde Unterdrückung hat ihm gänz- 
liche Unterwerfung gelehrt." Vans Kennedy, in den Transact. qf society of Bombay 
Ü-I, 144. Vergl. die Bemerkungen von Charles Hamilton in den Asiat. rcsearches, I, 305. 
65) Die Unmöglichkeit, einen Normalwerth anzugeben, ist deutlich gemacht in 
Turgbfs Rqflexions sur la formatiert et la distribzation des riclzesses, in Oeuvres V, 
51, 52. Vergl. Ricardoüs Werks 11, 28-30, 46, 166, 253, 270, 401 mitllfüullovlfs 
Princzples of polit. economy, 298, 299, 307. 
w) Smitla, Wealth of national 60070 I ch. IX, 37, wo der Satz indessen fast zu 
unbedingt aufgestellt ist, denn die Gefahren, die aus einem unsichern geselligen Zu- 
stande entspringen, müssen in Anschlag gebracht werden. Dass aber ein durchschnitt- 
liches Verhältniss zwischen Zins und Gewinn besteht, liegt auf der Hand und wird 
von den Sanscrit-Juristen entschieden angenommen. Siehe O0lebr00k's Digest qf Hindu 
luw I, T2, 81. 
57) Rioardo, Priozozples of pol. economy IV, 65 sagt: "Alles was den Lohn er- 
höht, verringert nothwendig den Gewinn." Und eh. XV, 122: "Alles was den 
Arbeitslohn erhöht, verringert den Gewinn des Kapitals." An verschiedenen andern 
Buckle, Gesch. d. Civilisation. I. 5
        

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