Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006596
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der Naturgesetze. 
Einfluss 
und von allen seinen Provinzen ist Hindostan gewiss diejenige, 
welche die längste Periode hindurch die grösste Civilisation be- 
sessen hatß") Der Stoff, um sich eine Ansicht über Indien zu 
bilden, ist reicher vorhanden, als über irgend einen andern Theil 
von Asieny") ich will es daher zum Beispiel nehmen und an ihm 
die Gesetze verdeutlichen, welche zwar aus der politischen Oeko- 
nomie und der Chemie hergenommen sind, sich aber durch den Wei- 
teren Ueberbliek, welchen uns nur die Geschichte geben kann, be- 
wahren lassen. 
In Indien bringt die Hitze des Klinlafs das schon erwähnte 
Gesetz in Anwendung, nach welchem die gewöhnliche Nahrung 
viel mehr sauerstotfhaltig als kohlenstoifhaltig ist. Und nach einem 
andern Gesetz wird das Volk hierdurch genöthigt, seine gewohn- 
liche Nahrung nicht aus der Thierwelt, sondern aus der Pflanzen- 
welt zu nehmen und der Hauptbestandtheil derselben ist Starke. 
Zugleich macht die hohe Temperatur den Menschen für harte Arbeit 
unfähig und eine Nahrung nothwendig, deren Ertrag reichlich ist, 
und die in einem verhältnissmässig geringen Umfang viel N ahrungs- 
stoii" enthält. Hier haben wir also einige charakteristische Eigen- 
schaften, welche sich bei der gewöhnlichen Nahrung der Indischen 
Völker vorfinden müssen, wenn die obigen Ansichten richtig sind. 
Und sie sind es alle. Von den frühesten Zeiten ist in Indien die 
gewöhnlichste Nahrung Reis gewesen, 5 G) die nahrhafteste von allen 
54) leh gebrauche das Wort Hindostan in dem populären Verstande, da es sich 
im Süden bis Cap Comorin erstreckt, obgleich es eigentlich nur das Land nördlich 
von der Nerbutta umfasst. Vergl. JVIiZVs History of Imiia, I1, 178; Bohlen, Das alte 
Indien, l, 11; Mama's, Ueber die Länder in Asien, I, 224; das Wort selbst findet 
sich nicht im alten Sanscrit und ist persischen Ursprungs. Hulhedäs I-reface zu tlie 
Gmtoo laws, p. XX, XXI; Asiatin researclzes, H1, 368, 369. 
55) Dergestalt dass neben Werken über ihre Philosophie, Religion und Jm-ig- 
prudenz ein gelehrter Geograph vor mehrern Jahren sagte: "Kein anderes asiatisches 
Reich ist in den letzten drei Jahren von so vielen und so einsißhtsvollen Europäern 
durchreist und. beschrieben worden, als Hindostan." Meiners, Länder in. Asien, II, 
225. Seit Meiner? Zeit sind die Nachrichten noch präciser und umfassender geworden, 
und von Rhode in seinem werthvollen Werk über Indien nach meiner Ansieht nicht 
genug beachtet. "Dem Zwecke dieser Arbeit gemäss, betrachten wir hier nur Werke 
der Hindus selbst oder Auszüge aus denselben als Quellen." Rlmde, Reliyiöse BihZu-ng 
der Hindus, I, 43. 
M) Dies sieht man aus der häufigen Erwähnung desselben in dem merkwürdigen 
alten Buche, den Gesetzen des Menu. Siehe diese Gesetze in Uforks ofSir H". Jones, 
III, 87, 132, 156, 200, 215, 366, 400, 4Ü3, 434. Auch in der Aufzählung von Nah-
        

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