Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006584
Einfluss 
der 
Naturgesetze. 
61 
Wirksamkeit ich zu zeigen versucht habeßa") Wenn wir Alles dies 
zusammenfassen, so hoffe ich, werden wir mit einer Klarheit, wie 
man sie bisher nicht gekannt hat, den innigen Zusammenhang 
zwischen der physischen und moralischen Welt erkennen; ebenso 
die Gesetze, unter denen dieser Zusammenhang steht und die Ur- 
sachen, warum so manche alte Civilisationen eine gewisse Ent- 
wicklungsstufe erreichten und dann in Verfall geriethen, weil sie 
nicht vermögend waren, dem Druck der Natln- zu widerstehn oder 
den äussern Hindernissen die Stirn zu hieten, die ihren Fortschritt 
mit Erfolg aufhielten. 
Wenden wir uns zuerst nach Asien, so finden wir ein merk- 
Würdiges Beispiel von einem Zwiespalt innerer und äusserer Phä- 
nomene. Aus Gründen, die wir schon angegeben, hat sich die 
Asiatische Civilisation immer auf den reichen Landstrich beschränkt, 
WO allein mit Leichtigkeit Reichthum zu erwerben war. Dieser 
mächtige Gürtel umfasst einige der fruchtbarsten Theilc der Erde, 
53) In einem neueren scharfsinnigen Buche, DoubledayÄs Tme law of populutiow, 
1847, 25-29, 69, '78, 123, 124 etc., wird bemerkt, dass Länder bevölkerter sind, 
wenn die gewöhnliche Nahrung vegetabilisch, als wenn sie animalisch ist; und es 
wird der Versuch gemacht, zu zeigen, dass geringere Nahrung der Fmchtbarkeit 
günstiger sei, als eine reichere. Aber obgleich die Thatsaehe einer grösseren Ver- 
mehrung der Bevölkerung nicht zu leugnen ist, so sind doch verschiedene Gründe 
vorhanden, aus denen wir nicht mit Herrn Doubledafs Erklärung einverstanden sind. 
1) Dass die Zeugungskreft durch magre Kost gesteigert werde, ist ein Satz, der 
nie physiologisch festgestellt worden ist; während die Bemerkungen von Reisenden 
oder Regierungen nicht zahlreich genug sind, um ihn statistisch festzustellen. 
2) Püanzenkost ist für ein heisscs Klima eben so kräftig, als thierische Kost für 
ein kaltes; und da wir wissen, dass ungeachtet des Unterschiedes von Nahrung und 
Klima die Temperatur des Körpers zwischen dem Aequator und den Polen wenig unter- 
schieden ist (rergl. LzTab-{qhv Animal elzwn-istry 19; Hollcuwfs Medium! notaa 473; Feuil- 
lefs Elümcazs de plzysiqzee, vol. I, part. l, 414; Bzwdaclfs Traitä de physioloyie IX, 663), 
S0 haben wir keine Ursache zu glauben, dass irgend eine andre normale Verschieden- 
heit existirt, sondern sollten eher vermuthen, dass in Beziehung auf alle wesentlichen 
Funktionen Püanzendiät und äussere Hitze thicriseher Nahrung und äusserlicher Kälte 
gleichkomme. 
3) Wenn man auch zugieht, dass Pflanzenkost die Zeugungskraft erhöhe, so würde 
dies bloss die Zahl der Geburten und nicht die Dichtigkeit der Bevölkerung beein- 
dussen, denn eine grössere Anzahl Geburten wird oft durch eine grössere Sterblich- 
keit wieder ausgeglichen; ein Punkt, in welchem Godwin bei seinem Versuch, Malthus 
zu widerlegen, in einen wesentlichen Irrthum verfällt. Godzvin, On population, 317. 
Seit ich das Obige geschrieben, habe ich gefunden, dass diese Ansichten Double- 
day's grösstentheils von Fourier schon früher aufgestellt worden sind. Siehe Rey, 
Neieazce socirrle I, 185.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.