Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006525
Einfluss 
der 
Naturgesetze. 
55 
besteht. Nun ist durch sorgfältige Analyse festgestellt worden, 
dass in der polaren Nahrung ein Uebermaass von Kohlenstoff ent- 
halten ist, in der tropischen Nahrung eine grosse lliasse Sauerstoff. 
Ohne ins Einzelne zu gehen, was den meisten Lesern nicht 
zusagen würde, sei nur im Allgemeinen bemerkt, dass die Oele 
ungefähr Gmal so viel Kohlenstoff enthalten als die Früchte und 
dass sie sehr Wenig Sauerstoff mit sich führen, 3 7) während Stärke, 
welche der allgemeinste und in Bezug auf Ernährung der wich- 
tigste Bestandtheil der Pflanzenwelt") ist, fast zur Hälfte aus 
Sauerstoff bestehtß") 
Der Zusammenhang zwischen dieser Thatsache und unserm 
Gegenstande ist höchst merkwürdig; nach einem allgemeineren 
Gesetz, welches uns unbekannt, ist stark mit Kohlenstoff geschwän- 
gerte Nahrung theurer als die, worin sich verhältnissmässig wenig 
Kohlenstoff findet. Die Früchte des Bodens, deren Hauptbestand- 
theil Sauerstoff ist, sind sehr reichlich vorhanden und ohne Gefahr, 
ja fast ohne Mühe zu erlangen. Hingegen die stark mit Kohlen- 
stoif geschwangerte Nahrung, die in einem kalten Klima zum Leben 
unumgänglich nöthig ist, erzeugt sich nicht so leicht und bietet 
sich nicht von selbst dar. Sie wird nicht, wie die Pflanzen, aus 
dem Boden hervorgetrieben, sondern besteht aus dem Fett, dem 
37) "Die Früchte, welche die Bewohner südlicher Länder brauchen, enthalten im 
frischen Zustande nicht mehr als 12 Procent Kohlenstoff, während Wellfischfett und 
Fischthran, wovon die Bewohner der Polargegenden leben, von 66 bis SO Proeent 
jenes Elements enthalten." „Liebz'g's Leiters on clzernislry, 320, 357. Tumeräs Ohe- 
mistry II, 1315. Nach Prout (Mayds Human physioh, 136): "das Verhältniss von 
Kohlenstoff in öligen Körpern wechselt von etwa 60-80 Procent." Die grosse Menge 
Oel und Fett, die gewöhnlich in kalten Gegenden verzehrt wird, ist ausserordentlich. 
Wremgel, Polar expedition 21, sagt von den Stämmen im nordöstliohen Sibirien: Fett 
ist ihre grösste Delikatesse. Sie essen es in allen möglichen Gestalten, roh, geschmol- 
zen, frisch oder verdorben. Siehe auch Simpsorfs Discovcries an tke Norfh eoast of 
America, 147, 404. 
38) So allgemein, dass sie in keiner Pflanze fehlt. Lindlegfs Botany I, 111, 121; 
"Stärke ist das gemeinste von allen vegetabilischen Producten." Dr. Lindley fügt 
hinzu I, 292, dass es schwer ist, die Stärkekörner, die von den Pflanzen ausgesen- 
dert werden, von Blumenstaub zu unterscheiden. Ueber die Stärkekörnchen, die Link 
Zuerst entdeckt hat, siehe auch Reports on bolany by tlw Royal sociefy, 223, 370. Und 
darüber, dass sie in der Pflanzenwelt vorherrscht, Tlzamsorfs Clzemistry of vegeiableg, 
650-652, 875; Branden Clzemistry I1, H60 u. Turnerhr ÜÄMIWSJTSI H, 12369 Liebi? 
und Koppüs Reports II, 97, 98, 122. 
311) Der Sguerstoif ist 49,39 von 100, siehe die Tafel in Lieb-igüs Letters an che- 
mistry, 379; Amidin, welches der anflösbare Theil der Stärke ist, enthält 53,33
        

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