Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006519
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der 
Einfluss 
Naturgesetze. 
Athmen, zwingt sie so häufiger zu athmen als die Bewohner heisser 
Länder und vermehrt die Masse des Sauerstoffs, Welche sie im 
Durchschnitt aufnehmen. M) Aus beiden Gründen wird der Ver- 
brauch von Sauerstoff grösser, deswegen muss der Verbrauch von 
Kohlenstoff auch grösser werden, da nur durch die Verbindung 
dieser beiden Elemente in gewissen bestimmten Verhältnissen die 
Temperatur des Körpers und das Gleichgewicht des menschlichen 
Organismus aufrecht erhalten werden kann. 3 t) 
Von diesen chemischen und physiologischen Grundsätzen schlies- 
sen wir weiter, je kälter das Land ist, in welchem ein Volk lebt, 
desto mehr Kohlenstoff muss seine Nahrung enthalten. Und dieser 
rein wissenschaftliche Schluss hat sich durch wirkliche Erfahrung 
bewährt. Die Bewohner der Polargegenden verzehren grosse Massen 
von Fischthran und Fett, während innerhalb der Tropen diese 
Nahrung dem Leben bald ein Ende machen würde und die ge- 
wöhnliche Nahrung fast gänzlich aus Obst, Reis und andern Pflanzen 
et Verdeil, Ohimie anatomique lI, 44. Vergl. Simon's Lectuws m2 [zatlmlogy 1850, 
p. 188 , über die Verminderung der Respiration in einer hohen 'l'empcratnr, obgleich 
man Herrn Simon's Schluss bezweifeln kann, dass deswegen das Blut in heissen Län- 
dern venöser als in kalten sein müsse. Das heisst, den Unterschied der Diät, wo- 
durch sich der Unterschied der Temperatur eorrigirt, nicht in Anschlag bringen. 
35) Der Verbrauch des Sauerstoffs in einer bestimmten Zeit lässt sich durch die 
Anzahl der Athemzüge ausdrücken. Liebigfs Chemische Briefe, S. 314. flhomsonhs 
Animal chemistry, 611. Es ist auch gewiss, dass Bewegung die Anzahl der Athem- 
züge vermehrt, und die Vögel, welche die bewegliehsten von allen Thieren sind, ver- 
zehren mehr Sauerstoff als andere Thiere. Mime Edwards, Zoologie 1, SQ, 11, 371; 
Flourens, Travczux de Uuvicr, 153, 154, 265, 266. Ueber den Zusammenhang zwischen 
dem Athemholen und den Bewegungsorganen Beclare, Anatomie gmärale, 39, 44; 
Burdach, Traitä de physiologie IX, 485, 556-559; Caruä Vergleichende Anatomie ; 
Gar-aufs Uompara-tive anatomy, 455, 495, 522, 529, .537; Rymer John's Animal king- 
dem, 369, 440, 692, 714, 720; Owerfs Inveriebrata, 322, 345, 386, 505. So ist 
es auch durch Experimente festgestellt, dass Bewegung im Menschen das kohlensaure 
Gas vermehrt. Jllayds Human physioloyy, 64; Liebiy und Kappk Reports lIl, 359. 
Wenn wir nun diese Thatsachen zusammenstellen, so wird ihre Beziehung auf 
das im Text Gesagte klar; weil man im Ganzen sich in kalten Ländern mehr Bewegung 
macht als in heissen, so muss daselbst eine verstärkte CPhätigkeit der Respiration statt- 
ünden. Zum Beweise, dass mehr Bewegung nöthig ist, Vergleiche Wrangefs Polar 
axpeditiavz, 79, 102; "Bichardsanßs Arctio expcdiiion 1, 385; Simpwng Norm (taugt of 
America, 49, 88, wogegen die Verachtung für solche Unterhaltung in heissen Ländern 
Sehr absticht. Wirklich ist in den Polargegenden alles dieses so wesentlich, um den 
normalen Zustand zu erhalten, dass Scorbut nur durch eine bedeutende Bewegung 
fern gehalten werden kann. Siehe Orantz, History qf Greenlrmd l, 46, 62, 338. 
36) Siehe d. Note am Ende des Oapitels.
        

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