Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006463
Einfluss 
der Naturgesetze. 
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der Bevölkerung ein übergrosses Angebot von Arbeit auf den Markt 
bringen und so die (lurchsehnittliche Höhe des Lohns sehr niedrig 
halten. 
 Von allen physischen Einflüssen, wodurch die Zunahme der 
arbeitenden Klasse bewirkt wird, ist der Einfluss der Nahrungs- 
mittel der wirksamste und allgemeinste. Wenn ZWGl Länder, die 
sonst in jeder Hinsicht gleich sind, nur hierin sich unterscheiden, 
dass in dem einen die gewöhnlichen Nahrungsmittel billig und im 
Ueberlluss, in dem andern theuer und spärlich vorhanden sind, so 
wird die Bevölkerung in dem ersteren nothwendig schneller zuneh- 
lllen als in dem letzteren. ü) Ebenso, schliessen wir, wird der 
(lurehschnittliehe Stand des Lohnes in dem erstern niedriger sein 
als in dem letztern, bloss weil der Markt reicher mit Arbeit gefüllt 
ist. Deshalb ist eine Untersuchung über die physischen Gesetze, 
von denen in den verschiedenen Ländern die Nahrungsmittel ab- 
hängen, fiir unsern gegenwärtigen Zweck von der grössten Wich- 
tigkeit, und glücklicher Weise ist dies eine Frage, worauf wir bei 
dem gegenwärtigen Stande der Chemie und Physiologie eine be- 
stimmte und entscheidende Antwort geben könneirh) 
Die Nahrung, welche der Mensch verzehrt, bringt zwei und 
nur zwei Wirkungen hervor, die zu seiner Existenz nothwendig 
sind. Diese sind l) ihm die animalische Wärme zu gewähren, ohne 
welche die Lebensfunctionen still stehn würden, und 2) den Abgang 
zu ersetzen, der tortxitährend in seinem Zellgewebe, das heisst in 
seinem körperlichen Mechanismus, stattfindet. Für jeden dieser 
besondern Zwecke giebt es eine besondere Nahrung. Die Tem- 
peratur unsers Körpers wird durch Substanzen aufrecht erhalten, 
welche keinen Stickstotf enthalten und welche nichtstickstotfhaltig 
genannt werden; der fortwährende Abgang in unserm Organismus 
wird ersetzt durch stickstoffhaltige Substanzen. Ü) lm ersteren 
93) Es wird angenommen, dass die Bequemlichkeitcn in beiden gleich sind. 
'34) "Nichts ist ausgemachter, als dass der Zuliuss von Arbeitern zuletzt immer mit 
den Mitteln, ihnen Unterhalt zu verschaffen, in Verhältniss stehen wird." Priowzples 
Cf political emmmny Chap. XXI in Eisen-du's ulorks p. 176. Vergleiche Smitlüs Wealth 
"f 7141550913, Book I: chaP- XI, p. S6 und M'Czalloclt's polifißal econouzy p. 222. 
95) Die Eintheilung der Nahrungsmittel in stickstoffhaltige und niehtstickstof- 
ilaltige soll zuerst von Magendie gemacht worden sein. Siehe: Müllerk Physiologie, 
Band 1. Jetzt wird sie von den besten Autoritäten anerkannt. Siehe z. B. Liebiglv 
Ürganisclae Chemie S. 134; Ourpenterk Hunum physiolagy p. 685, Brundds Ulße-nzixtry II, 
VHS, 1870. Die ersten Tabellen über Nahrungsstoß, diewiarnaoh entworfen wurden, 
Buckle, Gesch. d. Civilisutlon 1. 4
        

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