Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006429
der Naturgesetze. 
Einßuss 
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nicht geringem Maasse durch die Bedingungen bestimmt Werden, 
unter denen diese Ansammlung stattfand. In Asien und Afrika 
war die Bedingung ein fruchtbarer Boden, der einen reichlichen 
Ertrag gab; in Europa war es ein glücklicheres Klima, welches 
eine erfolgreichere Arbeit veranlasste. In dem ersteren Falle hängt 
die Wirkung von dem Verhältniss zwischen dem Boden und seinem 
Producte ab; mit andern Worten der blossen Einwirkung eines 
Tlleils ällssßrer Natur auf einen andern. In dem letzteren Falle 
hängt die Wirkung von der Beziehung des Klima's auf den Ar- 
beiter ab; das heisst, der Einwirkung äusserer Natur nicht auf 
sich selbst, sondern auf den Menschen. Da von diesen beiden 
Klassen der Beziehungen die erste am wenigsten verwickelt ist, so 
ist sie der Störung am wenigsten unterworfen und kam daher 
früher in Anwendung. Daher kommt es, dass auf dem Wege der 
Civilisation den fruchtbarsten Theilen von Asien und Afrika ohne 
Widerrede die ersten Schritte gebühren. Aber obgleich ihre Civili- 
sation die früheste war, so ist sie freilich weit davon entfernt, die 
beste oder die dauerndstc zu sein. Aus Gründen, die ich sogleich 
angeben werde, hängt der einzige Fortschritt, der ein wahrhaft 
wirksamer ist, nicht von dem Reichthum der Natur, sondern von 
der Thatkraft des Menschen ab. Deswegen hat die Civilisation 
von Europa, welche auf ihrer frühesten Stufe von dem Klima be? 
stimmt wurde, eine Entwickelungsfahigkeit gezeigt, die den Ci- 
vilisationen unbekannt ist, welche ihren Ursprung dem Boden ver- 
dankten. Denn die Naturkrafte sind trotz ihrer scheinbaren Gross- 
artigkeit beschränkt und stationär, wenigstens haben wir nicht den 
geringsten Beweis, dass sie jemals zugenommen haben oder dass 
sie je einer Zunahme fähig sein werden. Aber die Kräfte des 
Menschen sind, so weit Erfahrung und Analogie uns leiten können, 
unbegrenzt; und nichts berechtigt uns, auch nur eine denkbare 
Grenze festzusetzen, wo der menschliche Verstand mit Nothwendig- 
keit zum Stillstand gebracht werden müsste. Und da die Fähig- 
keit, welche der Geist besitzt, seine eignen Hülfsquellen zu ver- 
mehren, eine Eigenthümlichkeit des Menschen ist, und eine, die 
ihn höchlieh vor dem auszeichnet, was man gewöhnlich aussere 
Natur nennt, so ergiebt sich klar, dass die Einwirkung des Klimas, 
welche ihm dadurch Reichthum giebt, dass sie ihn zur Arbeit an- 
treibt, am Ende seinem Fortschritt günstiger ist, als die Einwirkung 
des Bodens, die ihm zwar auch Reichthum gewährt, aber nicht 
durch Aufstachelung seiner Thatkraft, sondern lediglich vermöge
        

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