Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006356
38 
läinfhrss 
Naturgesetz e. 
denn ohne Reichthum kann es keine Musse und ohne Musse keine 
Wissenschaft geben. Wenn ein Volk grade eben so viel verzehrt, 
als es besitzt, so wird nichts übrigdileiben, also kein Kapital an- 
gehäuft werden und keine Mittel vorhanden sein, die unbeschäftigten 
Klassen zu unterhaltenß) Wenn aber die Production grösser ist 
als die Consumption, so entsteht ein Ueberschuss, der nach be- 
kannten Gesetzen sich selbst vermehrt und am Ende ein Fond wird, 
aus welchem unmittelbar oder entfernt alle erhalten werden, die 
das Vermögen, von dem sie leben, nicht erzeugen. Und erst dann 
wird die Existenz einer intelligenten Klasse möglich, weil jetzt zu- 
erst eine vorhergängige Ansammlung statt findet, die den Menschen 
erlaubt zu verbrauchen, was sie nicht her-verbrachten und sich so 
Gegenständen zu Widmen, wozu in einer früheren Periode der 
Drang ihrer täglichen Bedürfnisse ihnen keine Zeit übrig gelassen 
haben wurde. 
Daher muss von allen grossen socialen Verbesserungen die 
Ansammlung des Reichthums die erste sein, weil ohne sie Weder 
Sinn noch Musse für die Erwerbung von Kenntnissen vorhanden 
sein kann, von denen, Wie ich hernach beweisen werde, der Fort- 
schritt der Civilisation abhängt. Nun leuchtet es ein, dass bei 
einem ganz unwissenden Volke die Schnelligkeit, Womit Reich- 
thum erzeugt wird, ganz und gar von der natürlichen Beschaffen- 
heit seines Landes bestimmt werden wird. Später, wenn der Reich- 
thum capitalisirt ist, kommen andre Ursachen ins Spiel; aber bis 
dies geschieht, kann der Fortschritt nur von zwei Umständen ab- 
hängen; zuerst von der Anstrengung und Regehnätssigkeit, womit 
die Arbeit geleistet wird, und zweitens von dem lärtrage, den die 
Natur dieser Arbeit durch ihre Fruchtbarkeit gewahrt. Und beide 
Ursachen sind selbst das Ergebniss früherer natürlicher Vorgänge. 
Die Arbeitserträge werden durch die Fruchtbarkeit des Bodens be- 
stimmt, welche selbst wieder abhängt theils von der Beimischung 
gewisser chemischer Bestandtheile, theils davon, wie Flüsse oder 
andre natürliche Ursachen zur Bewässerung des Bodens wirken, 
theils von der Hitze und Feuchtigkeit der rätmosphäre. Auf der 
andern Seite wird die Energie und Regchnassigkeit der Arbeit 
gänzlich von dem Einfluss des Klimafs abhängen. Dies wird sich 
3) Unter unbeschäftigten Klassen verstehe ich was Adam Smith unproductive 
Klassen nennt; und obgleich beide Ausdrücke 89mm genommen unpassend sindv so 
scheint mir doch das Wort "unbeschäftigt" deutlicher, als irgend ein anderes die 
Meinung des Textes auszudrücken.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.