Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006288
Hülfsquellen bei der 
Geschiehtsfomchung. 
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schichte angewendet worden, eben darum keine Anwendung darauf 
zulassen. Ja, wenn wir die unaufhörliche Berührung des Menschen 
mit der Aussenwelt bedenken, so wird es uns zur Gewissheit, dass 
eine innige Verbindung zwischen den Handlungen der Menschen 
und den Gesetzen der Natur stattfinden muss; und wenn man daher 
die Naturwissenschaft bis jetzt noch ohne Einfluss auf die Ge- 
schichte gelassen hat, so ist der Grund davon, dass entweder die 
Historiker den Zusammenhang nicht bemerkt haben, oder wenn sie 
ihn bemerkt haben, dass es ihnen an der nöthigen Kenntniss ge- 
fehlt, um seinen Einfluss nachzuweisen. Dadurch ist eine unnatür- 
liche Trennung dieser zwei grossen Wissenszweige entstanden, die 
Trennung des Studiums der Innenwelt von dem der Aussenwelt; 
und obgleich in dem jetzigen Stande der Europäischen Literatur un- 
verkennbare Anzeichen vorhanden sind, dass man diese künstliche 
Scheidewand niederzubrechen wünscht, so muss man doch zugeben, 
dass bis jetzt für diesen grossen Zweck noch nichts Wesentliches 
geschehen ist. Die Plthiker, die Theologen, die Metaphysiker treiben 
ihre Studien wie zuvor mit geringer Achtung für die Arbeiten der 
Gelehrten, die sie für untergeordneter Art halten; obgleich sie deren 
Untersuchungen oft genug angreifen, weil sie dem Gedeihen der 
Religion gefährlich waren und uns mit einem ungehörigen Vertrauen 
auf die Hülfsquellen des menschlichen Verstandes erfüllten. Auf 
der andern Seite sind die Naturforscher im Bewusstsein ihrer Fort 
schritte ganz natürlich stolz auf ihre Erfolge; sie vergleichen ihre 
Entdeckungen mit dem verhaltnissmassigen Stillstande ihrer Gegner 
und lernen Bemühungen verachten, deren Unfruchtbarkeit jetzt all- 
gemein anerkannt ist.  
Der Historiker: hat zwischen diesen zwei Parteien zu vermitteln 
lind ihre feindlichen Ansprüche zu versöhnen, indem er ihnen den 
lunkt angiebt, wo ihre Studien sich zu vereinigen haben. Die 
Bedmgungen dieser Vereinigung festsetzen, heisst die Grundlage 
aller Geschichtsforsehung legen. Denn da die Geschichte mit den 
Handlungen der Menschen zu thun hat, ihre Handlungen aber nur 
das EYZeQgniSS eines Zusammentrefens innerer und ausserer Erschei- 
nflngen Smd, _S0 wird es nöthig, die verhaltnissmässige Wichtigkeit 
dleser Ersßhelmlngen zu prüfen, zu untersuchen, wie weit ihre Ge- 
setze bekannt sind, und die Hülfsmittel für weitere Entdeckungen 
aufzufinden, Welche diesen zwei grossen Klassen, den Naturfor- 
schern und den Erforscher-n des Geistes zu Gebote stehn, Dißse 
Aufgabe will ich in den nächsten. zwei Kapiteln zu lösen Suchen:
        

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