Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006276
30 Hülfsquellen bei der Gesehichtsforschung. 
erblicken vermögen,  wer dies einsieht, und damit zugleich den 
Schlüssel und die Grundlage der Geschichte besitzt, den werden 
die eben angeführten Thatsachen so wenig befremden, dass er sie 
vielmehr geradezu erwartet haben wird als etwas, was langst hätte 
bekannt sein sollen. Ja, der Fortschritt der Untersuchung wird so 
reissend und so ernsthaft, dass ich kaum daran zweiile, ehe noch 
ein Jahrhundert verstreicht, wird die Reihe der Beweise vollständig 
und eben so selten ein Historiker zu finden sein, der die stete 
Regelmässigkeit der sittlichen Welt leugnet, als jetzt ein Philosoph 
zu finden ist, der den gesetzmässigen Gang der natürlichen Welt 
in Abrede stellt. 
Die angeführten Beweise für den gesetzmässigen Verlauf unserer 
Handlungen sind, wie wir gesehen, aus der Statistik genommen, 
einem Wissenszweige, der zwar noch in seiner Kindheit ist, aber 
schon mehr Licht über das Studium der menschlichen Natur ver- 
breitet hat, als alle Wissenschaften zusammen") Aber obgleich 
die Statistiker die Ersten gewesen sind, die diesen grossen Gegen- 
stand einer Untersuchung unterzogen naeh der Methode, die in an- 
deren {fächern sich erfolgreich gezeigt; und obgleich sie mittelst 
ihrer Zahlen einen mächtigen Hebel zur Ermittelung der Wahrheit 
darauf angewendet,  so dürfen wir doch darum nicht annehmen, 
dass es nicht noch andere Hülfsmittel giebt, Wodurch er ebenfalls 
gefördert werden kann, noch dürfen wir den Schluss ziehn, dass 
die Naturwissenschaften, weil sie bis jetzt noch nicht auf die Ge- 
 
37) Achenwall soll in der Mitte des 18. Jahrh. der Statistik ihren Namen gegeben" 
haben und wird gewöhnlich als der erste systematische Schriftsteller in dieser Wissen- 
schaft betrachtet. Siehe Lewis, Methods of observai-ion am! reasrming inp0lilics1852, 
vol. I, p. 72; Biographie universelle, vol. I, p. 140; Dufau, Traitä de statistique p. 9, 
10. Noch 1800 schrieb der Bischof von Llandaif an Sir John Sinclair: "Ich muss 
Sagen, England ist Ihnen höchlich verpflichtet dafür, dass Sie eine Wissenschaft (die 
Statistik) eingeführt haben, die hier völlig neu ist, obgleich sie es anderwärts in 
Europa nicht ist." Sinclaia-Ks Oowespondencc vol. I, p. 230. Sinclair war iieissig, aber 
ein Mann von geringen Gaben, und verstand die wahre Bedeutung der Statistik ganz und 
gar nicht, er sah sie nur aus dem praktischen Gesichtspunkt an. Seitdem ist die 
Statistik in ausgedehnten! lilaasse auf die Medicin angewendet worden, und noch Später 
in geringerem Mansse auf Philologie und Jurisprudenz. Beuillaud, Phil. mädicale p. 96, 
186; Renouard, Hist. de la mäd. vol. II, p. 474, 475; _Esqm'rol, Mrlladies mentales 
vol. II, p. 665-667; Hollancfs Medical notes, p. 5, 472; Vogel's Pathologische Ana- 
tomie, S. 15-17; Simon's Pathologie, S. 180; Phillzpa On scrqfulß p- 70, 118, etc.; 
Prioharafa Physic. hist. of mankind, vol. IV, p. 414; Eschbach, Eiude du droit 
p. 392-394.
        

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