Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010325
VOITI 
ZUTII 
bis 
J ahrh  
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lassen sich durch die Bewegung beunruhigen; dass sie aber vor- 
handen ist, weiss alle Welt. Kein Mensch spricht mehr davon, 
dem Volk einen Zügel anzulegen oder seinen einmüthigen Wünschen 
sich zu widersetzen. Das Aeusserste ist, dass man sagt, es soll- 
ten Anstrengungen gemacht werden, es über seine wahren Interessen 
aufzuklären und die öffentliche Meinung zu erleuchten; aber jeder 
giebt zu, dass man der öffentlichen Meinung nicht 
mehr widerstehen kann, sobald sie sich gebildet hat. 
Darüber sind Alle einig; und diese neue Gewalt, die nach und nach 
alle anderen in den Hintergrund drängt, findet jetzt die nämlichen 
Staatsmänner lenksam, die noch vor 60 Jahren zu allererst ihre 
Autorität geleugnet, ihre Anmaassungen lächerlich gemacht und 
womöglich ihre Freiheit vernichtet haben würden. 
So gross ist die Kluft, welche die Politiker unserer Zeit von 
denen trennt, die unter dem schlechten System gediehen, welches 
Georg III. zu verewigen suchte. Und es leuchtet ein, dass dieser 
grosse Fortschritt mehr durch Zerstörung des Systems, als durch 
Besserung der Menschen zu Stande kam. Eben so klar ist es, 
dass das System zu Grunde ging, weil es nicht zu der Zeit passte, 
mit andern Worten, weil ein Volk, das sich entwickelt, 
nie eine Regierung, die sich der Entwicklung wider- 
setzt, dulden wird. Aber es ist eine einfache Thatsache der 
Geschichte, dass unsere Gesetzgeber bis zum letzten Augenblick 
vor der Idee der Neuerung einen solchen Schrecken hatten, dass 
Sie jede Reform verweigerten, bis die Volksstimme sich laut genug 
erhob, um sie zur Unterwerfung einzuschüchtern und sie zwang, 
das zu gewähren, was sie ohne einen solchen Druck von Aussen 
keineswegs zugestanden haben würden. 
Dies sollte unsern politischen Herrschern zur Lehre dienen und 
die Anmaassung der Gesetzgeber herabstimmen durch die Lehre, 
dass ihre besten Maassregeln nur eine zeitweilige Aushülfe gewäh- 
ren, welche ein reiferes Zeitalter wieder abzuschaffen hat. Es 
Wäre gut, wenn solche Betrachtungen die Zuversicht 
und Geschwatzigkeit der oberflächlichen Männer zü- 
geln könnten, die, einmal zur Macht gelangt, sich für 
verpflichtet halten, gewisse Institutionen zu gewähr- 
leisten und gewisse Vorurtheile aufrecht zu erhalten. 
Sie sollten sich's deutlich machen, dass es nicht zu ihrem Amte 
gehört, auf diese Weise den Lauf der Begebenheiten vorherzube- 
stimmen und für weit entfernte Verhältnisse Maassregeln zu treffen. 
2er
        

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