Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010282
VOm 
bis zum 
Jahrh. 
431 
Wurzel geschlagen, ist aber so gross, dass sie trotz der Prüfung, 
der sie unterworfen und trotz der Strafen, die ihren Vertheidigern 
auferlegt wurden, nicht ertödtet, ja nicht einmal in ihrem Wachs- 
thum gehindert werden konnten. Lehren, auf den Umsturz aller 
Grundsätze der Freiheit gerichtet, wurden von dem Könige persön- 
lich begünstigt, von der Regierung oiifen bekannt und von den 
mächtigsten Klassen eifrig vertheidigt, und Gesetze, die mit diesen 
Lehren im Einklang waren, wurden in unser Gesetzbuch eingetra- 
gen und von den Gerichtshöfen mit aller Gewalt durchgeführt. 
Jedoch Alles vergebens. In wenigen Jahren verlor sich dieses Ge- 
schlecht; ein besseres nahm seine Stelle ein, und das System der 
Tyrannei fiel zuBoden. Und so muss in allen Ländern, die 
nur leidlich frei sind, jedes System fallen, das sich 
dem Fortschritt des Geistes widersetzt und Maximen 
und Institutionen in Schutz nimmt, die dem Genius des 
Zeitalters zuwider sind. In einem solchen Kampfe ist das 
endliche Resultat nie zweifelhaft. Denn die Kraft willkürlicher 
Gewalt beruht nur auf wenigen Individuen. Diese mögen so ge- 
scheidt sein als sie wollen, nach ihrem Tode können sie durch 
zaghafte und unfähige Nachfolger ersetzt werden. Aber die Kraft 
der öffentlichen Meinung ist solchen Wechselfällen nicht ausgesetzt, 
die Gesetze der Sterblichkeit berühren sie nicht, sie blüht nicht 
heute und welkt morgen dahin, sie hängt so wenig von dem Leben 
einzelner Menschen ab, dass sie durch umfassende allgemeine Ur- 
sachen bestimmt wird, die um eben dieser Allgemeinheit willen in 
kurzen Perioden kaum bemerkt werden, aber wenn man lange 
Perioden in Betracht zieht, alles Andere überwiegen und die kleinen 
Künste, womit Fürsten und Staatsmänner den Gang der Dinge zu 
stören und die Geschicke eines grossen und civilisirten Volks nach 
ihrem Willen einzurichten denken, zur Unbedeutendheit herabsetzen. 
Dies sind einleuchtende und allgemeine Wahrheiten, die kaum 
von irgend Jemand in Zweifel gezogen werden, der eine genügende 
Kenntniss der Geschichte besitzt und über das Wesen und die Ver- 
hältnisse der neuern Gesellschaft hinlänglich nachgedacht hat. Aber 
während der Periode, die wir betrachtet haben, wurden sie von 
unsern politischen Regenten gänzlich vernachlässigt. Sie glaubten 
nicht nur, sie könnten die Bildung der öffentlichen Meinung im 
Zaum halten, sie irrten sich auch vollständig über die Absicht und 
den Zweck der Regierung. Man glaubte in jenen Tagen, die Re- 
gierung sei da für die Minderzahl, deren Wünschen die Mehrzahl
        

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