Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010266
VOm 
bis zum 
Jaluh. 
429 
grosse Masse des Volksfol) die dadurch in eine ungewöhnlich 
harte Lage gebracht wurde. Denn die höhern Klassen schlugen 
dem übrigen Theil der Nation nicht nur die Reformen ab, sondern 
zwangen auch noch das Land, die Vorsichtsmaassregel zu bezah- 
len, die in Folge dieser Weigerung nöthig wurden. So verminderte 
die Regierung die Freiheit des Volks und verschwendete den Er- 
trag seiner Industrie, um dieses Volk gegen Ansichten zu beschützen, 
zu Welchen es durch die Zunahme seiner Kenntnisse unwidersteh- 
lich getrieben worden War.  
Wir dürfen uns nicht wundern, dass diesen Verhältnissen 
gegenüber Männer von hohem Verstande an der Englischen Frei- 
heit verzweifelten und glaubten, in wenigen Jahren werde der 
Despotismus fest gegründet sein. Selbst wir, die wir ein halbes 
Jahrhundert später auf diese Dinge zurücksehen und sie ruhiger 
beurtheilen können, die wir ausserdem noch den Vortheil erweiterter 
Kenntnisse und einer reiferen Erfahrung besitzen, müssen dennoch 
zugeben, dass die Gefahr, so Weit die politischen Ereignisse in 
Frage kommen, drohender war, als zu irgend einer Zeit seit der 
Regierung KarPs I. Aber was damals vergessen wurde, und was 
noch immer zu oft vergessen wird, ist, dass die politischen Begeben- 
heiten nur einen von den vielen Zweigen ausmachen, woraus die 
Geschichte eines grossen Volkes besteht. In der Periode, die wir 
so eben betrachtet haben, war ohne Zweifel die politische Bewegung 
drohender, als sie es mehrere Generationen hindurch gewesen war. 
Auf der andern Seite war die intellectuelle Bewegung, wie wir ge- 
sehen haben, höchst günstig, und sie wuchs und verbreitete sich 
rasch. So ging die Richtung der Regierung nach einem Punet, 
und die Wissenschaft des Volks nach einem andern, und Während 
uns politische Ereignisse zurückhielten, drängten intellectuelle Er- 
eignisse uns vorwärts. So wurden die despotischen Prineipien, die 
man uns aufzwang, einigermaassen unschädlich gemacht, und ob- 
gleich es unmöglich war, grosses Leiden in Folge ihrer Annahme 
Zu verhindern, so War doch die Folge jenes Leidens, das Volk in 
seinem Entschluss zu bestärken, ein System zu reformiren, unter 
dem so viel Unheil gestiftet werden konnte. Denn während das 
Volk das Unheil fühlte, wurde es durch die Einsicht, die es er- 
 
404) Entscheidende Beweise davon siehe in Porteräs Progress of the Nation II, 
233-85, und über den enormen Zuwachs der Staatsausgaben und der Steuern Pelleußs 
L1]? Qf Sidmozoila I, 358, II, 47-
        

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