Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010234
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Geschichte 
des 
Engl. 
Geistes 
Die Regierung jedoch liess sich in ihrem unsinnigen Lauf nicht 
aufhalten. Die Minister hatten eine sichere Mehrheit in beiden 
Parlamentshäusern und konnten ihre Maassregeln, dem Volke zum 
Trotz, durchbringen. Dieses freilich widersetzte sich ihnen auf 
jede Weise, die nur nicht gerade wirkliche Gewaltthat warß" 1) 
Der Zweck dieser neuen Gesetze war, den Geist der Forschung zu 
zügeln und die Reformen zu hinter-treiben, welche durch den Fort- 
schritt der Gesellschaft unumgänglich gemaeht wurden. Neben 
ihnen wurden noch andere Mittel zu dem Ende angewendet. Es 
ist keine Uebertreibung, dass England einige Jahre hindurch mit 
absolutem Terrorismus regiert wurdeß") Die Minister des Tages 
verwandelten einen Parteikampf in Proscriptionen, füllten die Ge- 
fangnisse mit ihren politischen Gegnern und liessen sie dort mit 
der schändlichsten Strenge behandelnßß") Wenn Einer als Refor- 
 
Stimmungen ausführen zu lassen, dann würde er dem Volke sagen, wenn es ihm die 
Frage, ob es zu gehorchen hätte, verlegte, das wäre nicht mehr ein Frage sittlicher 
Verpiiichtung, sondern nur eine Frage der Klugheit. Freilich würde nur ein extremer 
Fall Widersetzlichkeit rechtfertigen können und die einzige Frage würde sein, ob der 
Widerstand rathsam sei." Perl. bist. XXXII, 383. Darauf bemerkte Windham und 
Fox leugnete es nicht, "offenbar sei die Meinung des ehrenwerthen Herrn, er würde 
dem Volke rathen, sich der Ausführung des Gesetzes zu widersetzen, wo es nur 
immer die Macht dazu hätte," und dem stimmten Sheridan und Grey unverzüglich bei; 
S. 385-87. 
394) "Niemals hatte sich, so weit die ältesten Staatsmänner zurückdenken konnten, 
eine so feste und entschiedene Mehrheit von Gegnern der ministeriellen Maassregeln 
gezeigt als bei dieser Gelegenheit (nämlich 1795). Das Interesse des Publikums schien 
so wesentlich auf dem Spiele zu stehen, dass nicht nur Menschen von anständiger, 
sondern auch von der gemeinsten Beschäftigung einen bedeutenden Theil ihrer Zeit, 
daran wendeten, die zahlreichen Versammlungen, die in allen Theilen des Königreichs 
berufen wurden, mit der ausgesprochenen Absicht zu besuchen, dem Vorhaben des 
Ministeriums entgegenzuarbeiten." Anmerkung in Parl. bist. XXXII, 381. Zu dieser 
Zeit machte Fox die oben angeführte Erklärung. 
392) Er wurde zu der Zeit "die Schreckensherrschaft" genannt und war es wirk- 
lich für jeden Gegner der Regierung. Siehe Cavnpbclfs 01mm. VI, 441; Mem. of 
Wakejield II, 67 und Trottefs Mem. cf Fax 10. 
393) "Das gesetzwidrige Verfahren geheimer Einsperrung, unter welchem Pitt und 
Dundas jetzt alle Gefängnisse mit Parlamentsreformern angefüllt hatten. Ohne öffent- 
liche Anklage wurden die Menschen in die Kerker geworfen und die Aufhebung der 
Habeas Corpus-Acte benahm ihnen alle Hoffnung auf Hülfe." Uooke, Bist. of party 
III, 447. Ueber die Grausamkeit, womit diese politischen Gegner derRegierung im 
Gefxingniss behandelt wurden, siehe Stephans, Mem. qf Tnoke H, 121, 125, 423; 
Perl. hist. XXXIV, 112, 113, 126, 129, 170, 515, XXXV, 742, 743; Uloncurrgfs 
Recollections 46, 86, 87, 140, 225.
        

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