Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010219
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des 
Geschichte 
Engl. 
Geistes 
Modernen Ohren klingt es einigermaassen sonderbar, dass der 
Besitzer eines öffentlichen Lesezimmers nicht nur unmässigen Geld- 
strafen unterworfen sein, sondern auch noch als einer, der ein 
unsittliehes Haus hält, bestraft werden, und dass ihm dies Alles 
widerfahren musste, blos weil er seine Anstalt ohne Erlaubniss der 
Ortsobrigkeit eröffnet. So sonderbar dies aber auch erscheint, so 
war es jedenfalls folgerichtig, denn es gehörte nur zu einem förm- 
lichen Plane, nicht nur die Handlungen der Menschen, sondern 
auch ihre Ansichten unmittelbar in die Gewalt der Regierung zu 
bringen. Darum waren die Gesetze, die jetzt zuerst gegen Zeitungen 
gegeben wurden, so strenge, und die Verfolgung der Schriftsteller 
so unnachsiehtlieh, weil es offenbar die Absicht War, jeden politi- 
schen Schriftsteller, der eine unabhängige Meinung aussprach, zu 
Grunde zu richtenßas) 
Diese und ähnliche Maassregeln, die nachher erwähnt werden 
sollen, erregten eine solche Unruhe, dass nach der Meinung vor- 
züglicher Beobachter der Zustand der öffentlichen Angelegenheiten 
ein verzweifelter, vielleicht ein hoffnungsloser geworden war. Die 
ausserste Niedergeschlagenheit, womit am Ausgange des 18. Jahr- 
hunderts die besten Freunde der Freiheit in die Zukunft blickten, 
wird als ein Versammlnngsplatz, um Bücher, Flugschriften, Zeitungen oder andere 
Veröffentlichungen zu lesen und wo man durch Zahlung von Geldbeiträgen zugelassen 
wird, soll, wenn nicht in aller Form von den Behörden concessionirt, für ein un- 
sittliches angesehen werden und der es eröifnet, soll auserdem bestraft wer- 
den wie das Gesetz über unordentliche Häuser verfügt." 39, Gearfs III, cap. '79, 
Q. 15. Der Keim zu diesem Gesetz findet sich in 36, Georfs III, cap. S, Q. 12, 13, 
14, '15, 16. Nirgends erscheinen die Schwächen des menschlichen Geistes deutlicher 
als in der Geschichte der Gesetzgebung. 
338) S. das Nähere in Hunfs Hist. of Newspapers I, 281-84. Er sagt S. 284: 
„Ausser diesen Gesetzen, die einzig gegen die Presse gingen, wurden noch andere 
erlassen, um den freien Ausdruck der Volksmeinung zu unterdrücken." 1793 schreibt 
Dr. Currie: „Die Verfolgungen, welche die Regierung in ganz England gegen Drucker, 
Buchhändler u. s. w. begonnen hat, würden Sie _in Erstaunen setzen, und die meisten 
für Vergehungen, die mehrere Monate her sind. Gegen den Drucker des Manchester 
Harald sind sieben Anklagen wegen Stellen aus seiner Zeitung erhoben worden, und 
sechs verschiedene Klagen wegen Verkaufs von sechs Exemplaren von Paine  Alles 
vor dem Process gegen Paine. Der Mann war reich, man schätzte sein Vermögen auf 
f. 20,000; diese Processe werden ihn zu Grunde richten, was man auch beabsichtigte." 
Owrids Life I, 185, 186. S. auch einen Brief von Roscoe an Lord Landsdowne in 
Lzfe of Roscoe I, 124 und Mem. of Holcroft II, 151: „Ueber das ganze Königreich 
ging eine Jagd auf Drucker und Buchhändler, um sie vor Gericht zu Ziehen." L-zfe 
of Cartwriglzt I, 199; Adolplms, Hist. of George III, V, 525; Mem. of Walvtjßeld II, 69.
        

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