Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010170
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Engl. 
des 
Geschichte 
Geistes 
hier beschränke ich mich auf einen kurzen Ueherblick seiner Haupt- 
einilüsse auf die Englische Gesellschaft. 
Was diesen blutigen Krieg von allen früheren unterscheidet 
und ihm seinen schlimmsten Charakterzug giebt, ist, dass er in 
hohem Grade ein Principienkrieg war,  ein Krieg, den wir nicht 
mit der Absicht auf Landerwerb, sondern mit dem Zweck führten, 
den Wunsch nach Reformen aller Art zu unterdrücken, Welcher 
sich jetzt in allen Hauptlandern Europa's zum Hauptgegenstand 
machteßw) Sobald also die Feindseligkeiten begannen, hatte die 
Englische Regierung eine doppelte Aufgabe, eine Republik im Aus- 
lande zu zerstören und Verbesserungen daheim zu verhindern. Die 
erste dieser Aufgaben führte sie aus unter Verschwendung des Blutes 
und der Schätze Englands, bis sie fast jede Familie in Trauer ge- 
stürzt und das Land an den Rand des Banquerotts gebracht hatte. 
Die andere Aufgabe versuchte sie durchzuführen durch den Erlass 
einer Reihe von Gesetzen, die der freien Erörterung politischer 
Fragen ein Ziel setzen und den Geist der Forschung, der mit jedem 
Jahre thätiger wurde, ersticken sollten. Diese Gesetze waren so 
umfassend und so wohl auf ihren Zweck berechnet, dass sie ent- 
weder jede Spur von Volksfreiheit zerstört oder eine allgemeine 
Empörung erzeugt haben würden, wenn nicht die Kraft der Nation 
ihre gehörige Ausführung vereitelt hätte. Wirklich war die Gefahr 
mehrere Jahre hindurch so drohend, dass nach der Meinung einiger 
bedeutender Gewahrsmänner nichts sie hätte abwenden können, als 
die Kühnheit, womit unsre Geschwornen durch feindliche Sprüche 
dem Verfahren der Regierung entgegentraten und sich weigerten, 
Gesetze zu sanctioniren, welche die Krone vorgeschlagen und zu 
denen eine knechtische Gesetzgebung gern ihre Einwilligung gege- 
ben hatteß 8 o) 
379) 1'793 und später wurde sowohl von der Opposition als von dem Anhange der 
Regierung zugegeben, dass der Krieg mit Frankreich gegen Doctrinen und Meinungen 
gerichtet und dass ein Hauptzweck desselben sei, dem Fortschritt demokratischer In- 
stitutionen entgegenzutreten. Siehe unter vielen andern Stellen Pm-Z. in's-t. XXX, 413, 
417, 1077, 1199, 1200, 1283, XXXI, 466, 592, 649, 680, 1036, 1047, XXXIII, 603, 
604; Niclwls, fecolleclions II, 156, 157. 
330) Lord Campbell (Olmncellors VI, 449) sagt, wenn die Gesetze von 1794 durch- 
gesetzt worden wären, „s0 wäre kein anderes Mittel der Knechtschaft zu entgehen 
übrig geblieben als der Bürgerkrieg." Vorgl. Brouyhawfs Sialcsmen 1, 237, 11, G3, 64 
über die Art, „wie wir der Aechtung und Willkürherrschaft  in dem fast hoffnungs- 
losen Kampfe von 1793-1801" entgangen seien. Beide Schriftsteller bczeigen den
        

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