Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010169
VOIII 
ZTUD 
16. bis 
Juhrh. 
419 
den Prozess, verurtheilten ihn zum Tode und enthaupteten ihn mitten 
in seiner eigenen Hauptstadt. Man muss gestehn, dass diese That 
unnöthig, grausam und gröblich unpolitisch war. Aber es liegt 
Ofen auf der Hand, dass die Männer, welche die Hinrichtung be- 
schlossen, nur Gott und ihrem Vaterlande verantwortlich waren, 
und dass jede Bezugnahme darauf von Aussen unter der Form 
einer Drohung den Geist Frankreichs aufregen, alle Parteien ver- 
einigen und die Nation bewegen musste, ein Verbrechen auf sich 
zu nehmen, das sie sonst vielleicht bereut hätte, das sie aber jetzt 
nicht verdammen konnte, ohne sich "der Beschämung auszusetzen, 
sich dem Befehl einer fremden Macht gefügt zu haben. 
Aber sobald in England das Schicksal des Königs bekannt 
wurde, behandelte die Regierung, ohne auf Erklärungen zu warten 
und ohne Garantieen für die Zukunft zu verlangen, den Tod Lud- 
wig's XVI. als eine Beleidigung gegen sich und befahl dem Fran- 
zösischen Gesandten, das Land zu verlassen,"  und fing so leicht- 
fertig einen Krieg an, der 20 Jahre dauerte, Millionen das Leben 
raubte, ganz Europa in Verwirrung stürzte, und mehr als irgend 
etwas den Fortschritt der Oivilisation aufhielt, denn er verschob 
um eine ganze Generation die Reformen, welche schon am Ende 
des 18. Jahrhunderts durch die Entwicklung aller Verhältnisse ge- 
boten waren. Die Europäischen Folgen dieses gehassigsten, un- 
gerechtesten und grausamsten Krieges, den England je gegen ein 
anderes Land geführt hat, werden später in Betracht kommenf") 
köpft." Mean. of Mallet du Pan 1, 146; und in Alisorüs Europa II, 199, 296, 315 
wird uns erzählt, "1792 habe Ludwig XVI. das Schicksal KarYs I. gefürchtet." Vergl. 
Williams, Letters from Fmmce, 2. ed. 1'796, IV, 2.  
3") Belsham (Hist. of Great Britain VIII, 525) nimmt an und wahrscheinlich 
mit Recht, die Englische Regierung sei auch schon vor dem Tode Ludwigs zum 
Kriege entschlossen gewesen; aber es ergicbt sich, dass nach Tomlineß" Pitt II, 599 
erst am 24. Januar 1793 Chauvelin Wirklich den Befehl erhielt, England zu verlassen 
111111 zwar „in Folge der Nachricht, welche die Englischen Minister von der Hinrich- 
tung des Königs von Frankreich erhalten." Belshmn VIII, 530. Die gewöhnliche An- 
sicht scheint also die richtige zu sein, dass die nächste Ursache der Feindseligkeiten 
die Hinrichtung Ludwigs XVI. war. Alison II, 522, V, 249, VI, 656; Neuzmarolt 
in Journwt of stat. soc. XVIII, 108. 
37?) Lord Brougham (Sketches of stammen I, 79) sagt mit Recht von dem Kriege: 
„der jüngste unserer Zeitgenossen wird die verderblichen Wirkungen dieses offenbaren 
politischen Verbrechens nicht überleben." So eifrig war aber Georg III. dafür, dass 
er Wilberforcc, als dieser sich wegen des Krieges von Pitt trennte und darüber ein 
Amendement iIIS Unterhaus brachte, seinen Zorn zeigte und ihn das nächste Mal bei 
Hofe nicht empfing, sondern mit Uebersehen bestrafte. Lzfe of Wilbmjforce II, 10, 72. 
27a"
        

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