Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010132
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Ggschichte 
Engl. 
des 
Geistes 
die man behaupten musste, um diesen barbarischen Krieg zu recht- 
fertigen, hatten ihren Rückschlag auf uns selbst. Um das Attentat 
auf die Freiheit Amerikas zu vertheidigen, wurden Grundsätze 
aufgestellt, deren Ausführung auch die Freiheit Englands umge- 
stürzt haben Würde. Nicht nur bei Hofe, in beiden Häusern des 
Parlaments, von der Bischofsbank und von den Kanzeln der kirch- 
lichen Partei wurden Lehren der aller-gefährlichsten Art verbreitet,- 
Lehren, die sich für eine beschränkte Monarchie nicht eigneten, 
ja ganz unverträglich damit waren. Die Ausdehnung, welche diese 
Reaction erreichte, ist nur wenigen Lesern bekannt, weil die Be- 
lege dafür vornehmlich in den Parlamentsdebatten zu finden sind, 
sodann in der theologischen Literatur, besonders den Predigten aus 
jener Zeit, und alles dies wird eben nicht viel gelesen. Die Ge- 
fahr war so drohend, dass selbst die ersten Vertheidiger der Frei- 
heit des Volks glaubten, es stehe Alles auf dem Spiele, und wenn 
die Amerikaner besiegt würden, so würde der nächste Schritt ein 
Angriff auf die Freiheit Englands sein, um im Mutterlande dieselbe 
willkürliche Gewalt einzuführen, welche dann in den Colonieen 
herrschen würdet") Ob diese Furcht übertrieben war oder nicht, 
ist eine sehr schwierige Frage; aber nach einem sorgfältigen Stu- 
dium jener Zeit und zwar aus Quellen, die von den Historikern 
wenig benutzt werden, bin ich überzeugt, die besten Kenner der 
Periode werden sicher zugeben, dass die Gefahr vielleicht über- 
schätzt worden, gleichwohl aber viel ernsthafter gewesen, als man 
jetzt geneigt ist zu glauben. Jedenfalls musste der allgemeine 
Zustand der Angelegenheiten des Staats die grösste Unruhe erregen. 
Es ist gewiss, dass eine Reihe von Jahren die Macht der Krone 
immer stieg, bis sie eine Höhe erreichte, von der man in England 
373) Dr. Jebb, ein guter Beobachter, glaubte, „ der Amerikanische Krieg müsse 
über die Freiheit beider Theile entscheiden." Disney's Life of Jebb 92, und Lord 
Chatham schrieb 1777: "Das arme England wird sich in sein eigenes Schwert stürzen." 
Tim Grenville Papers IV, 573. In demselben Jahre sagte Burke über das Attentat, 
die Colonien mit Militärgewalt zu beherrschen, "dass die Gründung einer solchen Ge- 
walt in Amerika unsere Finanzen gänzlich zu Grunde richten wird (was ganz sicher 
ist), macht uns noch die geringsten Sorgen. Sie wird eine geeignete, mächtige und 
präeise Maschine werden  zur Zerstörung unserer Freiheit in England." Burlreäv 
Werks II, 399, I, 189, 210; Perl. bist. XVI, 104, 107, 651, 652, XIX, 11, 1056, 
XX, 119, XXI, 907. Darum wünschte Fox den Amerikanern den Sieg, Russelßs 
Mcm. of Fax I, 143, wofür ihn einige Autoren in der That angeklagt und ihm 
"Mangel an Vaterlandsliebe" vorgeworfen haben!
        

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