Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010090
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des Engl. 
Geschichte 
Geistes 
gar zum Peer erheben, damit das Oberhaus von den Diensten eines 
so ausgezeichneten Rathgebers profitiren möchteßül) 
Diese Abschweifung über Burke's Charakter ist länger gewor- 
den als ich erwartete, wird aber hoffentlich nicht für unbedeutend 
gehalten werden; denn ausser dem inneren Interesse an dem Gegen- 
stande wirft sie ein Licht auf Georg's III. Gesinnung gegen grosse 
Männer und zeigt, welches die Ansichten waren, die unter seiner 
Regierung verlangt wurden. Im Verlauf dieses Werks werde ich 
den Einfluss dieser Ansichten auf die Interessen des Landes im 
Ganzen nachweisen; hier wird es genügen, nur noch ein oder zwei 
Beispiele anzuführen, die von so allgemeinem Charakter sind, dass 
sie nicht bestritten werden können. 
Von diesen hervorstechenden und leitenden Begebenheiten war 
der Amerikanische Krieg die erste, und mehrere Jahre hindurch 
nahm er fast gänzlich die Aufmerksamkeit der Englischen Politiker 
in Anspruch. Unter der Regierung Ge0rg's II. war ein Vorschlag 
gemacht werden, die Colonieen zu besteuern, um die Einkünfte zu 
erhöhen, und da die Amerikaner im Parlament gar nicht vertreten 
waren, so war dies einfach ein Vorschlag, ein ganzes Volk zu be- 
steuern, ohne auch nur die Form zu beobachten, dass man ihre 
Beistimmung verlangte. Dieser Plan auf öffentliche Rauberei wurde 
von dem talentvollcn und gemässigten Manne, der damals an der 
Spitze der Geschäfte stand, zurückgewiesen, und der Vorschlag 
ward allgemein für unausführbar gehalten, fiel somit zu Boden und 
scheint wirklich kaum Aufsehn erregt zu habenßüi) Aber was 
unter der Regierung Georg's II. für eine gefahrliche Ausdehnung 
willkürlicher Gewalt galt, wurde eifrig willkommen geheissen unter 
der Regierung Georgs III. Der neue König hatte die tiberspannte- 
sten Begriffe von seiner Macht, und da er wegen seiner elenden 
Erziehung über öffentliche Angelegenheiten gänzlich unwissend war, 
so dachte er, die Besteuerung der Amerikaner zum Besten der Eng- 
länder wäre ein politisches Meisterstück. Als daher der alte Plan 
wieder in's Leben gerufen wurde, stimmte er ihm von Herzen bei, 
36') Prioräs- Lzfe of Barke 460; Niclwls, Lit. anec. III, 81; Bissefs Lzfe of 
Burke II, 414. 
im) „Es war Sir Robert Walpole der Vorschlag gemacht worden, die Einkünfte 
durch Besteuerung Amerikals zu erhöhen; aber dieser Minister sah über den augen- 
blicklichen Vorthcil hinausgund erklärte, zu einer solchen Aushülfe gehöre ein kühnerer 
Mann als er sei." Walp. George III, lI, 70. Vergl. Plaillionords Mßm. cf Lyttlcton 
II, 662; Bancrqffs Amor. rev. I, 96; Belshavrüs Hist. of Great Br-ilain V, 102. 
07236. 
III , 
Bissefs Lzfc
        

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