Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009810
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des 
Geschichte 
Engl. 
Geistes 
Tagen KarPs I. in England gesehen worden Wann") Unter ihrem 
Einfluss erholte sich die alte Torypartei reissend schnell und war 
bald im Stande, ihre Nebenbuhler aus der Regierung zu vertreiben. 
Diese reactionäre Bewegung fand eine bedeutende Stütze in dem. 
persönlichen Charakter Georgs III., der eben so abergläubisch als 
despotisch gesinnt, denselben Eifer für die Stärkung der Kirche 
entwickelte, wie für die Ausdehnung der Kromechte. Jeder frei- 
sinnige Gedanke, Alles, was nur nach Reform aussah, ja selbst 
die blosse Erwähnung freier Forschung, war ein Gräuel in den 
Augen dieses beschränkten und unwissenden Königs. Ohne Kennt- 
nisse, ohne Geschmack, ohne einen Blick in irgend eine Wissenschaft, 
ohne ein Gefühl für irgend eine Kunst, hatte die Erziehung nichts 
gethan, ein Gemüth zu erweitern, welches mehr als gewöhnlich 
von Natur beschränkt warßü) Gänzlich unbekannt mit der Ge- 
schichte und den Hulfsquellen fremder Länder, deren geographische 
Lage er kaum kannte, war er kaum besser unterrichtet über das 
Volk, das er zu beherrschen berufen war. Unter der grossen 
Masse von Nachrichten, die jetzt vorhanden ist, und aus allerhand 
Privatcorrespondenzen, Nachrichten von Privatunterredungen und 
öffentlichen Acten besteht, ündet sich nicht der geringste Beweis, 
dass er von all' den unzähligen Dingen, die der Regent eines 
Landes wissen sollte, irgend etwas gewusst, ja dass er auch nur 
mit einer einzigen Pflicht, die seine Stellung ihm auferlegte, bekannt 
gewesen wäre, ausser der blos mechanischen Geschäftsroutine, welche 
auch der geringste Schreiber in dem niedrigsten Amt des König- 
reichs hätte leisten können. 
Welch eine Richtung ein solcher König wie dieser, Wohl ein- 
schlagen möchte, war leicht vorherzusehen. Er versammelte um 
554) Georg's III. anfallende Achtung vor kirchlichen Ceremonieen stach bedenk- 
tend gegen die Gleichgültigkeit seiner nächsten Vorgänger ab und die Veränderung 
wurde dankbar anerkannt. Vergl. Mahorßs IIist. of Engl. V, 54, 55 mit dem Auszug 
aus Erzbischof Secker in Bancrojifs Aonericuaz revolution I, 440. Andere Zeugnisse 
über die Hochachtung, die beide Parteien gegen einander fühlten und ölfentlich aus- 
sprachen, siehe eine Adresse des Bischofs und der Geistlichkeit von St. Asaph (Parfs 
Werks VII, 352) und einen Brief des Königs an Pitt (Russelfs Memorials of F02: III, 
251). Vergl. Priestleyäe Meonoirs I, 137, 138. 
255) Die Erziehung Georgs III. war schmählieh vernachlässigt worden und in 
seinen männlichen Jahren suchte er nie nachzuholen was ihm fehlte und blieb sein 
ganzes langes Leben hindurch in einem Zustande der bedauemswiirdigsten Unwissen- 
heit. Broughawfs Statesmen I, 13-15; Walpolefs Mem. of Georg III, I, 55; Ma- 
hoWs Hist. qf England IV, 54, 207.
        

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