Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009792
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Geschichte 
Engl. 
des 
Geistes 
man zu ersticken versucht haben würde, wenn sich Krone und 
Kirche zusammengethan hätten. Selbst so wurden noch gelegent- 
lich Versuche gemacht, aber verhältnissmässig selten, und es fehlte 
ihnen die Kraft, welche sie gehabt haben würden bei einer engern 
Verbindung der geistlichen und weltlichen Autoritäten. Der Zustand 
War so günstig, dass die alte 'I'orypartei, gedrängt vom Volke und 
verlassen von der Krone, länger als 40 Jahre hindurch keinen An- 
theil an der Regierung erhalten konnteß") Zugleich machte man 
in der Gesetzgebung, wie wir gleich sehen werden, bedeutende 
Fortschritte und unser geschriebenes Landesgesetz aus dieser Zeit 
enthält hinlängliche Beweise für das Herunterkommen der mächtigen 
Partei, die England einst ganz allein regiert hatte. 
Aber durch den Tod Georgs II. wurde die Politik plötzlich 
eine andere, und die Wünsche des Königs traten noch einmal mit 
den Interessen des Volks in Widerstreit. Dies war um so gefähr- 
licher, Weil, oberflächlich angesehen, die Thronbesteigung Georg's III. 
als eins der glücklichsten Ereignisse, die nur hätten stattfinden 
können, erscheinen musste. Der neue König war in England ge- 
boren worden, sprach das Englische als seine Mutterspraeheftß) 
und man sagte, er betrachte Hannover als ein fremdes Land, dessen 
Interessen von untergeordneter Bedeutung wären. '49) Zugleich 
waren die letzten Hoffnungen des Hauses Stuart jetzt zerstörtfä") 
247) „Das Jahr 1762 bildet einen Zeitabschnitt in der Geschichte der beiden 
Parteien, denn es sah die Zerstörung des Monopols von Ehrenämtern und Einkünften, 
welche die Whigs 45 Jahre lang inne gehabt hatten." (Jooke, Hist. of party 11, 406; 
Albemarlefs Menzoirs of Buckingham II, 92. Lord Bolingbroke sah deutlich vorher, was 
die Folge der Thronbesteignng Georg's I. sein würde. Gleich nach Annafs Tode schrieb 
er an den Bischof von Rochester: „Aber der Kummer meines Herzens ist, dass ich 
die Torypartei unzweifelhaft verloren sehe." Macphcrsoifs Original papers I1, 651. 
143) Grosley, der England nur fünf Jahre nach Georgs 111. 'l'hronbesteigung be- 
suchte, spricht von dem grossen Eindruck, den es auf die Engländer gemacht hätte, 
als sie hörten, dass der König ihre Sprache ohne fremden Accent aussprechen konnte. 
Graslegßs Tour _to London II, 106. Es ist bekannt, dass der König in seiner ersten 
Rede sich rühmte, ein Brifte zu Sein; aber vielleicht ist es weniger allgemein be- 
kannt, dass die Ehre auf Seiten des Landes war: "Welchen Glanz, sagte das Haus 
der Lords in seiner Adresse an ihn,  welch einen Glanz wirft es auf den Briti- 
schen Namen, wenn Sie, Sir, geruhen, sich denselben zum Ruhme anzurechnen." 
Parl. kist. XV, 986.  
949) Pur-l. bist. XXIX, 955. Ufalgaole": Jllem. of George III, I, 4, 110. 
950) Die Thronbesteigung Georgs III. wird gewöhnlich als die Zeit angegeben, 
wo der Englische Jacobinismus erlosch. Butler": Revninisc. II, 92. "Als der König
        

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