Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009763
VODI 
bis zum 
Jahrh. 
379 
sehr geringen Theil der Gesellschaft beschränkt gewesen waren, 
wurden jetzt weit und breit bekannt, und erregten Zweifel, die 
dem Volke Steif zum Denken gaben. So wurde der Geist der 
Forschung von Jahr zu Jahr thätiger und allgemeiner; der Wunsch 
nach Reform war fortdauernd im Wachsen, und wenn die Angele- 
genheiten ihren natürlichen Lauf hatten nehmen können, so würde 
das 18. Jahrhundert nicht ohne entscheidende und wohlthätige Re- 
formen in Staat und Kirche vorüber gegangen sein. Aber kurz 
nach der Mitte dieser Periode entstanden unglücklicherweise eine 
Menge politischer Combinationen, die den Lauf der Ereignisse 
störten, und am Ende eine Krisis hervorbrachten, die so gefährlich 
war, dass sie bei jedem andern Volke sicher mit dem Verlust der 
Freiheit oder mit einer Auflösung der Regierung geendet haben 
würde. Diese verderbliche Reaction, von deren Wirkungen sich 
England vielleicht kaum noch erholt hat, ist nie nur einigermaassen 
mit der Sorgfalt studirt worden, die sie verdient; ja sie wird so 
wenig verstanden, dass kein Historiker die Gegensätze zwischen 
ihr und jener grossen geistigen Bewegung hervorgehoben hat, von 
der ich so eben die Umrisse angegeben. Deswegen, und auch um 
dem gegenwärtigen Kapitel eine grössere Vollständigkeit zu geben, 
will ich ihre wichtigsten Epochen untersuchen, und so weit ich ver- 
mag, angeben, in welcher Verbindung sie mit einander stehen. 
Nach dem Plan dieser Einleitung muss eine solche Untersuchung 
natürlich sehr flüchtig bleiben, da sie keinen andern Zweck hat, 
als den Grund zu den allgemeinen Prinzipien zulegen, ohne welche 
die Geschichte nur eine Anhäufung empirischer Beobachtungen, ohne 
Verbindung und daher ohne Bedeutung bleibt. Man muss auch 
bedenken, dass wir um so mehr dem Irrthume unterworfen sind, 
als die Verhältnisse, die wir zu betrachten haben, nicht socialer, 
sondern politischer Natur sind, und dies darum, weil der Stoff zu 
der Geschichte eines Volks umfassender, indirekter und darum 
weniger der Zustutzung unterworfen ist, als der Stoff zur Geschichte 
einer Regierung, und weil das Betragen einer geringen Anzahl 
Menschen, wie der Minister und Könige, allemal launenhafter ist, 
d. h. weniger durch bekannte Gesetze geleitet wird, als das Be- 
tragen jener grossen Körperschaften, die man unter dem Namen 
der Gesellschaft oder einer Nation zusammenfasstFU-l) Nachdem 
m0) Die ansc-heinende Launenhaftigkeit bei geringer Anzahl entspringt aus der 
Wirkung untergeordneter und gewöhnlich unbekannter Gesetze. Bei einer grossen An-
        

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