Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009748
vom 
zum 
Jahrh. 
377 
Da die Ausbreitung der Kenntnisse so von einer grösseren 
Einfachheit ihrer Mittheilung begleitet war, so erzeugte dies natür- 
lich eine grössere Unabhängigkeit der Gelehrten und eine grössere 
Kühnheit gelehrter Untersuchungen. So lange Bücher wegen der 
Schwierigkeit ihres Stils oder Wegen des Mangels allgemeiner 
Wissbegierde des Volks nur Wenig Leser fanden, mussten die 
Schriftsteller sich natürlich auf den Schutz öffentlicher Körperschaf- 
ten oder einzelner reicher Vornehmen verlassen. Und wie jeder 
geneigt ist, Dem zu sehmeicheln, von dem er abhängt, so ereig- 
nete es sich gar zu oft, dass selbst unsere grössten Schriftsteller 
ihr Talent prostituirten und den Vorurtheilen ihrer Beschützer schmei- 
chelten. Die Folge War, dass die Literatur, weit entfernt von der 
Beunruhigung alten Aberglaubens und von der Anregung des Geistes 
zu neuen Untersuchungen, oft eine furchtsame und unterwürtige 
Miene annahm, wie dies ihrer untergeordneten Stellung natürlich 
War. Aber jetzt war dies Alles geändert. Jene knechtischen, schmäh- 
lichen Widmungenf") jener gemeine, kriechende Geist, jene ewige 
die allgemeine Vermischung der Gesellschaft siehe einen Brief an die Gräün Bute vom 
Jahr 1753 in den Werks of Lady Mary Illonlagu, 1803, IV, 194, 195. Ueber den 
Einiiuss Addisonbs, der der Erste war in der Einführung des leichten und daher de- 
mokratischen Styls und der mehr als irgend ein einzelner Schriftsteller die Literatur 
popularisirt hat, vcrgl. Aikinis Lzfe of Addisovz lI, 65 mit Turner, Hist. of Engl. 
II, "I. Nachher wurde von Johnson, Gibbon und. Parr eine Reaction versucht, aber 
dies wer gegen den Geist der Zeit und dauerte daher nicht lange. 
137) Und dieses Bedicntexithum wurde gewöhnlich sehr gut bezahlt, ja viel besser 
als es verdiente; im 16., 17. und im 18. Jahrhundert zu Anfang wurde ein Schrift- 
steller für seine Widmung immer mit einer Summe Geldes beschenkt, natürlich je 
gröber die Schmeichclei, desto grösser die Summe. Ueber das Verhältniss, das sich 
auf diese Weise zwischen Schriftstellern und vornehmen Leuten bildete und über die 
Gier, womit selbst ausgezeichnete Schriftsteller Geschenke von ihren Beschützern er- 
warteten, die zwischen 40 sh. und 100 f Sterling schwankten, siehe Drake's Shake- 
speare und in's times II, 225; Monläs llzfe of Bentley l, 194, 309; Wlvistoafs Mem. 
203; Nielmls, Illustrations II, 709; Harris, Life qf Hardwiclce III, 35; Bunbuo-yhs 
Lzfe of Hammer 81. Vergl. eine Anmerkung in Burtozfs Diary III, 52. Ueber die 
Wichtigkeit, die richtige Person für die Dedication zu treffen, siehe Ellis, Letters of 
lit. nzen 231-34 und Biskop Newton's Läfe 14; Hughos, Letters 1773, III, p. XXXI, 
Anhang. 
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts trat ein Wendepunkt in diesem traurigen 
Zustande ein und Watson z. B. machte es 1769 zur Regel, niemals Leuten zu dedieiren, 
von denen er eine Begünstigung erwarte. Lzfe qf himself I, 54. Eben so rühmt sich 
Warburton 1758, dass seine Dedieation sich nicht wie gewöhnlich „ mit Kleinigkeiten 
und Unwahrheiten beschäftige"; siehe seinen Brief in Olzatlzavzz, Oarrespoudcnce I, 315, 
Fest zu derselben Zeit vollzog sich die nämliche Veränderung in Frankreich, wo
        

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