Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009670
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Geschichte 
des Engl. 
Geistes 
um nichts von untergeordneteren Dingen zu sagen, das Jahrhundert 
unter der Verwirrung schloss, welche jener entscheidende Streit 
zwischen Porson und Travis angerichtet, über den Text der himm- 
lischen Zeugen (heavenly witnesses), der ungerneines Interesse er- 
regtef 4 7) und unmittelbar von Entdeckungen der Geologen begleitet 
wurde, die nicht nur die Wahrheit der mosaischen Kosmogenie 
angriÜen, sondern auch zeigten, dass sie unmöglich richtig sein 
könneßtß) Alles dies folgte sich in reissender und erschreckender 
Schnelligkeit, verwirrte die Leute in ihrem Glauben, störte sie in 
ihrer Leiehtgläubigkeit und brachte auf den öffentlichen Geist eine 
Wirkung hervor, welche nur die ganz schätzen können, die die 
Ruhm davongetragen. Gegen sein berühmtes 15. und 16. Kapitel sind alle Bänke der 
Controverse erschöpft worden; aber die Folge ist nur gewesen, dass während der Ruf 
des Historikers unbeileckt geblieben ist, die Angriffe seiner Feinde gänzlich in Ver- 
gessenheit gerathen sind. Gibboifs Werk bleibt; aber wer fühlt auch nur das ge- 
ringste Interesse an dem, was gegen ihn geschrieben wurde? 
9") Ueber die Wirkung dieser einzigen Briefe von Porson siehe HaMo-rzfs Lzfe 
of Bislwp Burgess 3711, und über die vorhergehende Anregung der Frage in England 
Calamgfs Oum lzfe I1, 442, 443; Monklv Lzfc af Bentley II, 16-19, 146, 2815-89; 
Butlefs Reminiscences I, 211. Vergl. So1ners' Tmcts XII, 137, XIII, 458. 
213) Der skeptische Charakter der Geologie zeigte sich zuerst deutlich während 
der letzten 30 Jahre des 18. Jahrhunderts. Vorher hatten sich die Geologen grössten- 
theils mit den Theologen verbunden, aber die wachsende Kühnheit der öffentlichen 
Meinung setzte sie jetzt in den Stand, unabhängige Untersuchungen anzustellen und 
die überlieferten Doctrinen bei Seite zu lassen. So enthält Button's Werk nach Sir 
Charles Lyell, Primiples of Geolagy 50, „den ersten Versuch, die früheren Verände- 
rungen der Erdrinde ausschliesslich auf natürlichem Wege zu erklären." Durch diese 
Methode löste man natürlich den Bund mit der Theologie auf; dies zeigte sich aber 
schon 1773, d. h. 15 Jahre vor Hutton; siehe einen Brief in Watsoafs Life qf laivn- 
self I, 402, wo es heisst: „Die Freidenker griifen den Mosaischen Bericht von dem 
Alter der Welt an, besonders seit der Veröffentlichung von Brydonds Trzwels llwouglz. 
Sicily und Malta." Nach Lowndes (Biographen: mamml I, 279) erschien B1'ydone's 
Buch 1773, und 1'784 spricht W. Jones von der Richtung dieser Forschungen; siehe 
seinen Discourse an the Gods of Greece, Italy am! India, l-Vorks 1, 233, Worin er 
mit Bedauern bemerkt, „dass er in einer Zeit lebe, wo verständige und tugendhafte 
Leute geneigt wären, die Authenticitiit der Nachrichten, die uns Moses über die Urwelt 
hinterlassen, zu bezweifeln." Seitdem ist der Fortschritt der Geologie so reissend 
gewesen, dass kein vernünftiger Mensch mehr, selbst nicht unter den Geistlichen, an 
den historischen Werth der Schriften Mosis glaubt. Ich führe nur Dr. Arnold und 
Baden Powell, zwei der bedeutendsten aus dem Priesterstande an. S. Arnold's Be- 
merkungcn bei Newnzan, Plzases offaiilz 111, 122, 123, und noch entschiedener spricht 
Powell in seinen Sermzms an Olwistiamty witlmut Judaism 1856, 38, 39. Andere Bei- 
spiele bei Lyell, See. cisit to lhe Unit. Staates 1849, I, 219, 220. 
        

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