Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009574
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des 
Geschichte 
Engl. 
Geistes 
gemacht worden ist; '84) und seit dem Anfange des 18. Jahrhun- 
derts ist kein Fall vorgekommen, dass einer eine diplomatische 
Stelle bekommen oder irgend ein wichtiges Staatsamt bekleidet 
hättet") Und dieses zunehmende Uebergewicht de1' Laien hat 
sich nicht auf die ausübende Gewalt beschränkt. Im Gegentheil, 
wir finden in beiden Parlamentshäusern dasselbe Princip in Wirk- 
samkeit. In den frühesten barbarischen Perioden unsrer Geschichte 
bestand das Oberhaus zur Hälfte aus weltlichen, zur Hälfte aus 
geistlichen Lordsßßß) Im Anfange des 18. Jahrhunderts waren 
die geistlichen Lords zu einem Achtel eingeschrumpftß") und in 
der Mitte des 19. Jahrhunderts sind sie noch weiter vermindert 
worden, nämlich auf ein Vierzehntelß") und geben so ein auf- 
fallendes Beispiel, welches die Verminderung der geistlichen Ge- 
walt, wie sie die moderne Oivilisation so wesentlich erfordert, in 
Zahlen darstellt. Gerade so sind mehr als fünfzig Jahre verflossen, 
seit kein Geistlicher mehr Abgeordneter des Volks hat werden 
können. Im Jahre 1801 schloss das Unterhaus seine Thüren förm- 
Gloucester unter der Regierung Heinrichs VI. und später." Werner's Geschichte von 
England IV, 132. Ueber ihren ungeheuren Reichthum siehe Eeclestonäv English anti- 
gnitiäs 146: „Im Anfang des 14. Jahrhunderts hat man berechnet, dass nahezu die 
Hälfte des Grund und Bodens im ganzen Königreich in den Händen des Klerus war." 
'34) 1625 wurde Williams, Bischof von Lincoln, aus seinem Amte als Lord Siegel- 
bewahrer entlassen und Lord Campbell bemerkt Live: cf tlw Oltancellors II, 492: „Dies 
ist das letzte Mal, dass ein Geistlicher das grosse Siegel von England gehabt, und 
ungeachtet der Bewunderung, die bei gewissen Leuten vor mittelalterlichen Gebräuchen 
herrscht, verrnuthe ich, der Versuch wird nicht leicht wiederholt werden." 
485) Monk (Lifc of Bentley I, 222) sagt, das Dr. John Robinson, Bischof von 
Bristol, "Lord Siegelbewahrer und Bevollmächtigter bei dem Vertrage von Utrecht war 
und der letzte Geistliche in England gewesen sei, der irgend ein hohes Staatsamt be- 
kleidet hätte." Ein hoehkirchlicher Schriftsteller aus dem Jahr 1712 beklagt sich 
über die Anstrengungen, die man mache, um „die Geistlichen aus ihren einllnssreichen 
Staatsämtern zu verdrängen." Somers" Tracts XIII, 211. 
485) In und unter der Regierung Heim-ich's III. „war die Zahl der Erzbischöfe, 
Bischöfe, Aebte, Priors und anderer Geistlichen gewöhnlich eben so gross und oft grösser 
als die Zahl der weltlichen Lords und Barone." Parrgfs Parliaments anal counsels qf 
England, London-1839, p. XVIL Davon giebt Parry mehrere Beispiele; das Merk- 
würdigste ist, dass im 49. Jahre Heinrich's III. 120 Priilaten und nur 23 weltliche 
Lords einberufen waren. Dies war freilich ein extremer Fall. 
487) Siehe eine Aufzählung der Lords, die 1713 sassen, in Malwrfs Hist. ofEng- 
land I, 43-45; daraus geht hervor, dass es im Ganzen 207 und davon 26 Geistliche 
waren; dies schliesst die Katholiken mit ein. 
m) Nach den Berichten in Dod für 1854 finde ich, dass das Oberhaus 436 Mit- 
glieder enthält, von welchen 30 zur Bischofsbank gehören.
        

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